Bildungsreform ohne Einspruch aus Rom

Bildungslandesrat Philipp Achammer (SVP) spricht von einem wichtigen Schritt. Nach Klärungen und Präzisierungen im Vorfeld habe der Ministerrat grünes Licht gegeben. Dadurch könnten zentrale Reformen wie geplant umgesetzt werden.
Zu den Neuerungen zählen unter anderem eine Ausweitung der individuellen Bildungspläne zur Sprachförderung sowie mehr Mitspracherechte für Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen, deren Eltern und Lehrpersonen. Künftig sollen außerdem Praktika im Bildungsbereich mit einem Taschengeld vergütet werden. Schulen erhalten zudem die Möglichkeit, die Zahl der Bewertungsabschnitte zu reduzieren und statt zwei nur noch ein Zeugnis pro Schuljahr auszustellen.
Eine wesentliche Neuerung betrifft den Hochschulzugang: Erstmals erhalten Inhaber eines Meisterbriefs die Möglichkeit, an der Freien Universität Bozen ein Studium aufzunehmen – allerdings nur in Studiengängen, die dem jeweiligen beruflichen Fachbereich des Meistertitels entsprechen. Nach Angaben des Landes wurde diese Regelung auch vom italienischen Unterrichtsministerium positiv bewertet.
Achammer sieht darin eine Aufwertung der beruflichen Bildung. Gleichzeitig würden Meisterinnen und Meistern neue Wege zur akademischen Weiterqualifizierung eröffnet. Ein vergleichbares Modell sei in Italien bislang neu, während entsprechende Zugänge im deutschsprachigen Ausland bereits seit längerem bestehen.
Noch angepasst wird hingegen die geplante Mitwirkungspflicht der Eltern. Um eine Anfechtung des Gesetzes zu vermeiden, haben sich das Land Südtirol und Unterrichtsminister Giuseppe Valditara darauf verständigt, den Passus über Sanktionen zunächst aus dem Gesetz zu streichen. Die Regelung soll in überarbeiteter Form und in Abstimmung mit dem Ministerium neu ausgearbeitet werden.






