Nach CSD-Anschlag: Zweiter Verdächtiger wieder auf freiem Fuß

Am Sonntagabend wurde der mutmaßliche Täter, Abdul B., getötet. Bei einem Polizeieinsatz in einer Kleingartenanlage in Berlin-Spandau sei der 21-Jährige mit einer Stichwaffe auf die Einsatzkräfte zugelaufen, so die Polizei. Das Berliner Spezialeinsatzkommando habe daraufhin auf ihn geschossen (UT24 berichtete).
Man habe in der Vergangenheit auch nach weiteren Verdächtigen gesucht, sagte Dobrindt im ARD-„Brennpunkt“. Es gebe eine weitere Person, gegen die sich der Verdacht bislang aber nicht erhärtet habe. Solche Anschläge würden typischerweise von Einzeltätern begangen.
Die Bundesanwaltschaft übernahm am Sonntagabend die Ermittlungen. Als oberste Anklagebehörde ist sie unter anderem für Fälle islamistisch motivierten Terrorismus zuständig. Nach dem Tod des Hauptverdächtigen kann es noch um mögliche Mitwisser oder Unterstützer gehen.
Behörden zählen Hunderte Gefährder
Bei der Einschätzung der Gefahr durch Islamisten führen die Sicherheitsbehörden unterschiedliche Statistiken. Die Polizei stuft Menschen als „Gefährder“ ein, wenn sie es für möglich hält, dass diese selbst Gewalt ausüben. In Berlin sind mehrere Dutzend Menschen in dieser Kategorie erfasst.
Laut einer Antwort auf eine AfD-Anfrage wurde im vergangenen Jahr im Bereich „religiöse Ideologie“ eine mittlere zweistellige Zahl an Personen als Gefährder eingestuft, eine ebenso große Zahl als „relevante Personen““ Ein Teil von ihnen sitzt im Gefängnis, andere sind frei.
Der Verfassungsschutz, der diese Szene beobachtet, aber keine Straftaten verfolgt, nennt für Berlin insgesamt knapp 2.600 Anhänger islamistischer Ideologien. Davon gelten 980 als „gewaltorientiert“.Â






