von mmh 27.07.2026 06:43 Uhr

Berlin-Terror: Attentäter bei Polizeieinsatz erschossen

Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Terroranschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin ist der tatverdächtige 21-jährige Abdul B. am Sonntagabend laut übereinstimmenden Medienberichten bei einem Polizeieinsatz erschossen worden. Das bestätigte die Berliner Polizei.

APA/AFP (Fotomontage UT24)

Nach Angaben der Ermittler konnte der Gesuchte gegen 18 Uhr in einer Kleingartenanlage im Berliner Bezirk Spandau lokalisiert werden. Als Einsatzkräfte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) den Mann stellen wollten, soll er mit einer Stichwaffe auf die Beamten zugelaufen sein. Daraufhin eröffneten die Polizisten das Feuer.

Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen durch die Berliner Feuerwehr starb der 21-Jährige noch am Einsatzort.

Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen

Die Ermittlungen zum Anschlag hat inzwischen die Bundesanwaltschaft übernommen. Sie gilt in Deutschland als oberste Anklagebehörde und ist für besonders schwere Staatsschutzverfahren zuständig.

Bei dem Anschlag am Samstagabend war der mutmaßliche Täter laut Angaben von Deutschlands Innenminister Alexander Dobrindt zunächst mit einem Auto in eine Menschenmenge gefahren und soll anschließend mit einer Stichwaffe, mutmaßlich einer Machete, weitere Menschen angegriffen haben. Eine Frau kam dabei ums Leben, 29 weitere Menschen wurden verletzt. Nach Angaben der Polizei befanden sich diese am Sonntagnachmittag nicht mehr in Lebensgefahr.

Bereits zuvor wegen Terrorverdachts verurteilt

Die Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass sich Abdul B. islamistisch radikalisiert hatte. Laut Innenminister Dobrindt war der 21-Jährige bereits zuvor mehrfach strafrechtlich auffällig geworden.

Nach Angaben der Berliner Generalstaatsanwaltschaft hatte Abdul B. im Jahr 2025 mehrfach versucht, sich der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) im Ausland anzuschließen. Im Juli vergangenen Jahres wurde er im Libanon festgenommen und verbrachte dort drei Monate in Haft. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland im November 2025 wurde er bereits am Flughafen Berlin Brandenburg erneut festgenommen.

In Deutschland saß er mehrere Monate in Untersuchungshaft. Im Mai 2026 verurteilte ihn ein Jugendschöffengericht am Amtsgericht Tiergarten wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten. Gleichzeitig wurde der Haftbefehl aufgehoben. Die Generalstaatsanwaltschaft legte gegen das Urteil Berufung ein und forderte eine höhere, nicht mehr bewährungsfähige Jugendstrafe sowie die Aufrechterhaltung der Untersuchungshaft. Das Urteil ist bislang nicht rechtskräftig.

Während des Prozesses hatte sich Abdul B. laut Generalstaatsanwaltschaft überwiegend geständig gezeigt und sich vom IS distanziert.

Wohnung zuletzt durchsucht

Erst Anfang Juli hatten Ermittler erneut die Wohnung des 21-Jährigen in Berlin-Schöneberg durchsucht. Hintergrund war ein Anfangsverdacht wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz. Dabei wurde nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft jedoch lediglich eine Spielzeugwaffe gefunden.

Nach Informationen der „Bild“-Zeitung hätte Abdul B. am Montag an einem Deradikalisierungskurs teilnehmen sollen.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner bezeichnete die Festnahme beziehungsweise das Auffinden des Tatverdächtigen innerhalb von 24 Stunden als großen Erfolg der Ermittlungsbehörden und dankte der Berliner Polizei für ihren Einsatz.

Jetzt
,
oder
oder mit versenden.

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite