von lif 27.07.2026 16:50 Uhr

Immer mehr Tiroler wollen ihr eigener Chef sein

In Tirol wagen immer mehr Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit. Im ersten Halbjahr 2026 gab es fast 2.000 Neugründungen. Das sind deutlich mehr als im österreichischen Schnitt.

(Foto: Unsplash).

Wie die Wirtschaftskammer Tirol mitteilt, wurden im ersten Halbjahr 1.930 Unternehmen neu gegründet, ohne den Bereich Personenbetreuung. Das entspricht einem Plus von 13,7 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2025 und liegt weit über dem österreichweiten Durchschnitt von 4,5 Prozent. Mit 8,9 Prozent aller österreichischen Neugründungen zeigt sich Tirol weiterhin als attraktiver Standort. Dass Tirol bei den Neugründungen weit über dem Österreichschnitt liege, sei ein starkes Signal, betont WK-Präsidentin Barbara Thaler. Immer mehr Menschen entschieden sich bewusst für die Selbstständigkeit. Jede Gründung bringe neue Ideen, schaffe Wertschöpfung und stärke den Wirtschaftsstandort.

Einzelunternehmen bleibt beliebteste Form

Österreichweit wurden im ersten Halbjahr 21.718 Unternehmen gegründet. Die meisten Neugründungen entfielen laut Wirtschaftskammer auf die Sparten Gewerbe und Handwerk (37,8 Prozent), Information und Consulting (23,4 Prozent) sowie Handel (22,9 Prozent).

Die häufigste Rechtsform bleibt das Einzelunternehmen mit einem Anteil von 82,6 Prozent. Am gründungsstärksten ist die Altersgruppe der 30- bis 40-Jährigen, das durchschnittliche Gründungsalter liegt bei 36,6 Jahren.

Der eigene Chef sein

Die Entscheidung für die Selbstständigkeit erfolgt vor allem aus persönlicher Überzeugung. Für 68,3 Prozent der Gründerinnen und Gründer stand der Wunsch im Vordergrund, die eigene Chefin oder der eigene Chef zu sein. Jeweils 65,9 Prozent nannten eine neue berufliche Perspektive sowie den Wunsch nach einer flexibleren Zeit- und Lebensgestaltung.

Unternehmertum sei für viele eine bewusste Lebensentscheidung, sagt Stefan Monitzer, Landesvorsitzender der Jungen Wirtschaft Tirol. Gerade junge Gründerinnen und Gründer wollten ihre Ideen verwirklichen und ihre Zukunft selbst gestalten. Diesen Mut müsse man unterstützen und dürfe ihn nicht durch unnötige Bürokratie ausbremsen.

Ruf nach weniger Bürokratie

Trotz der positiven Entwicklung bleiben bürokratische Hürden eine große Herausforderung. Viele Gründer wünschen sich laut Wirtschaftskammer einfachere Verfahren, schnellere Behördenwege und bessere Finanzierungsmöglichkeiten.

Wer den Mut habe zu gründen, brauche einen Staat, der beschleunige statt bremse, betont Thaler. Gründungen müssten einfacher, digitaler und unbürokratischer werden. Monitzer fordert unter anderem einen digitalen One-Stop-Shop für Gründungen sowie eine bessere soziale Absicherung.

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