von mmh 21.07.2026 08:49 Uhr

„Mattle macht sich mitschuldig“: FPÖ warnt vor Zerschlagung des Unterlands

Die Tiroler FPÖ-Landtagsabgeordnete und Südtirolsprecherin Gudrun Kofler reagiert mit scharfer Kritik auf die in Südtirol geplante Neueinteilung des Senatswahlkreises Bozen-Unterland. Sie fordert schärfsten Protest von Landeshauptmann Anton Mattle bei Bundeskanzler Stocker und Außenministerin Meinl-Reisinger.

Gudrun Kofler(Bild: FPÖ Tirol)

Die Absicht, historisch mehrheitlich deutschsprachige Gemeinden aus dem Wahlkreis herauszulösen und damit dem italienischen Lager ein Senatsmandat praktisch kampflos zuzuschanzen, sei laut Kofler ein direkter Angriff auf die politische Mitbestimmung der deutschen und ladinischen Volksgruppe und ein Bruch mit der Südtirol-Autonomie.

„Was in Rom zu Lasten Südtirols gerade abläuft, ist blanke politische Machtarroganz. Ziel dieser Wahlreform soll nämlich sein, den italienischen Parteien eine künstliche Mehrheit zu verschaffen. So ein Kuhhandel beschädigt das Vertrauen in demokratische Institutionen“, so Kofler.

Kritik an Landeshauptmann Mattle

Besonders empört zeigt sich die Südtirolsprecherin über das anhaltende Schweigen und die Tatenlosigkeit des Tiroler Landeshauptmanns Anton Mattle. „Der Tiroler LH Mattle muss hier endlich voll in die Pflicht genommen werden. Es reicht nicht, nett zu lächeln, Sonntagsreden über die ‚besondere Verantwortung Tirols für Südtirol‘ zu halten und als Euregio-Präsident von ‚Einem Tirol‘ zu sprechen. Er muss umgehend bei Bundeskanzler Stocker und Außenministerin Meinl-Reisinger intervenieren und mit allem Nachdruck verlangen, dass dieser demokratiepolitische Anschlag gestoppt wird. Österreich ist Schutzmacht und Tirol ist das Herz dieser Schutzmacht. Wenn Mattle jetzt wieder wegschaut, macht er sich mitschuldig“, erklärt Kofler.

Historischer Vergleich mit Wallnöfer und Weingartner

Kofler zieht einen schonungslosen historischen Vergleich: „Eduard Wallnöfer und Wendelin Weingartner haben sich mit ganzer Kraft und ohne Rücksicht auf parteipolitische Befindlichkeiten für die Autonomie und die Rechte unserer Landsleute jenseits des Brenners eingesetzt. Sie haben Haltung gezeigt, wenn es darauf ankam. Anton Mattle hingegen erweist sich einmal mehr als der schlechteste Landeshauptmann aller Zeiten. Statt klare Kante zu zeigen, duckte er sich schon bei der Autonomiereform weg und jetzt wieder. Das ist kein Landesvater, das ist ein Verwalter des eigenen politischen Überlebens.“

Warnung vor Präzedenzfall

Die Abgeordnete, die selbst aus dem Südtiroler Unterland stammt, warnt eindringlich vor den Folgen: „Wenn das Unterland zerschnitten wird, wenn Eppan, Kaltern, Tramin, Kurtatsch und Margreid einfach wegradiert und politisch umgehängt werden, dann ist das nicht nur ein Schlag gegen die gewachsene Einheit des Landes, sondern ein Präzedenzfall. Heute das Unterland, morgen andere Bezirke. Wer jetzt schweigt, verrät die Demokratie. Dieser demokratiepolitischen Schandtat muss rechtzeitig und mit aller Härte ein Riegel vorgeschoben werden, bevor unumkehrbare Fakten geschaffen sind.“

Forderung nach sofortigem Handeln

Kofler abschließend: „Die Tiroler FPÖ steht fest an der Seite der Menschen im Südtiroler Unterland, die zu Recht ‚Wir sind unteilbar!‘ rufen. Wir erwarten von Landeshauptmann Mattle keine weiteren Ausflüchte, sondern sofortiges und entschlossenes Handeln. Er soll nach Wien fahren, bei Stocker und Meinl-Reisinger auf den Tisch hauen und unmissverständlich klarstellen: Die Republik Österreich und das Land Tirol dulden keine Manipulation der Südtiroler Wahlkreise zulasten der deutschen und ladinischen Volksgruppe. Wer das nicht tut, hat das Recht verwirkt, sich weiterhin als Anwalt Südtirols zu bezeichnen.“

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