von lif 21.07.2026 14:24 Uhr

Gröden: Zwei Menschen dem Tod entrissen

Wie wichtig schnelles Handeln im Notfall ist, hat sich kürzlich in Gröden gezeigt. Innerhalb von nur 24 Stunden wurden dort zwei Menschen, aufgrund beherzter Ersthelfer und öffentlich zugänglicher Defibrillatoren, das Leben gerettet. 

In der WK-App: die Standorte der AED-Säulen (© Weißes Kreuz)

Der erste Fall spielte sich abends ab: Drei junge Frauen sind auf dem Nachhauseweg, als sie neben der Straße ein verunfalltes Auto entdecken. Die drei, Freiwillige des Weißen Kreuzes, die gerade von einem Ausbildungstermin kommen, reagieren sofort. Der Fahrer ist bewusstlos und atmet nicht normal. Sie setzen den Notruf ab und beginnen mit der Wiederbelebung. Ein öffentlich zugängliches AED-Gerät ist in der Nähe und nach dem Schock setzt der Herzschlag des Mannes wieder ein, berichtet das Weiße Kreuz in einer Aussendung. 

Nicht einmal 24 Stunden später ereignet sich bei einem Radrennen in Gröden ein ähnlicher Vorfall. Ein Hobbyfahrer erleidet auf der Strecke einen Herz-Kreislauf-Stillstand und stürzt. Die Freiwilligen des Sanitätsdienstes sind sofort zur Stelle und beginnen ebenfalls mit der Wiederbelebung samt AED. Noch bevor der Notarzt eintrifft, kommt der Mann wieder zu Bewusstsein.

Jede Sekunde zählt

„Im Durchschnitt erleidet in Südtirol jeden Tag ein Mensch einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Dann zählt jede Sekunde“, betont Alexander Schmid, Präsident des Weißen Kreuzes. Die ersten am Unglücksort seien meist nicht die Rettungskräfte, sondern Passanten. Deshalb setze sich das Weiße Kreuz dafür ein, dass möglichst viele Menschen die wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen kennen und AED-Geräte im ganzen Land schnell erreichbar sind. Wichtig sei dabei, dass nicht nur geschulte Ersthelfer eingreifen könnten. „Wer den Notruf unter der Nummer 112 absetzt, bekommt in jedem Fall Unterstützung“, so Schmid. Die Landesnotrufzentrale erkläre am Telefon Schritt für Schritt, was zu tun sei, auch den Umgang mit den öffentlichen Defibrillatoren.

Direktor Ivo Bonamico hebt das Zusammenspiel aller Beteiligten hervor: von den Ersthelfern über die Notrufzentrale und den Rettungsdienst bis hin zu Intensivstation und Kardiologie im Krankenhaus. Dieses Zusammenwirken funktioniere in Südtirol hervorragend und verbessere die Überlebenschancen entscheidend.

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