von lif 21.07.2026 16:49 Uhr

ÖVP-Minister: „Minuszuwanderung im ersten Halbjahr“

In Österreich sind im ersten Halbjahr erstmals seit über 20 Jahren mehr Menschen abgeschoben worden, als neue Asylanträge gestellt wurden. Innenminister Gerhard Karner spricht von einer „Minuszuwanderung“. 

Bild: APA/dpa

Bei einer Pressekonferenz stellte der ÖVP-Minister den Antragszahlen mehr als 7.000 Außerlandesbringungen und Abschiebungen gegenüber. So stünden rund 2.000 Erstanträgen etwa 2.200 Personen mit Asylbezug gegenüber, die Österreich verlassen haben. Insgesamt gab es zwischen Jänner und Ende Juni 4.903 Asylanträge. Davon waren 2.016 (41 Prozent) originäre Anträge von neu eingereisten Personen. Der Rest entfällt unter anderem auf nachgeborene Kinder, Familiennachzug und Mehrfachantragsteller. Rund die Hälfte der Anträge betraf Minderjährige.

Bei den Herkunftsländern dominierten Syrien und Afghanistan mit je rund einem Viertel der Anträge, dahinter folgen Somalia, Iran, Türkei und Russland. Betrachtet man nur neu eingereiste Asylwerber, führt Afghanistan die Statistik vor Syrien und dem Iran an.

Bei den Entscheidungen wurden 27 Prozent der Anträge abgelehnt, 16 Prozent erhielten Asyl, weitere 15 Prozent subsidiären Schutz. Die höchsten Chancen hatten zuletzt Menschen aus dem Iran (76 Prozent positiv) und aus Afghanistan (69 Prozent). Anträge aus Syrien wurden dagegen nur in 32 Prozent der Fälle angenommen. 2024 waren es 67 Prozent. Offen sind derzeit noch 15.278 Verfahren, fast die Hälfte davon betrifft Personen aus Syrien.

Im EU-Vergleich verzeichne Österreich neben Polen den höchsten Rückgang, hieß es aus dem Innenministerium.

APA/UT24 

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