Inklusion an den Schulen: Eltern fordern mehr Personal

Eine Delegation des AEB, der Aktiven Eltern von Menschen mit Behinderung, traf sich am 17. Juni mit Bildungslandesrat Philipp Achammer, um über die aktuelle Lage der schulischen Inklusion zu sprechen. Anlass waren die wachsenden Sorgen vieler Familien, Schulführungskräfte, Integrationsfachkräfte und weiterer Fachpersonen. Sie beklagen, dass Kinder mit Behinderung im Schulalltag seit Jahren nicht ausreichend unterstützt werden.
Laut Landesrat Achammer werden für das Schuljahr 2026/27 zusätzlich 30 Stellen für Mitarbeiter für Integration geschaffen. In den kommenden Jahren sollen die personellen Ressourcen weiter ausgebaut werden. Für das Schuljahr 2027/28 ist zudem eine Änderung bei der Zuweisung geplant, berichtet der AEB. Die Integrationskräfte sollen künftig direkt der Direktion beziehungsweise dem Schulsprengel zugewiesen werden. Das soll für mehr Kontinuität sorgen und den Schulen eine bedarfsgerechtere Organisation ermöglichen.
Achammer versprach außerdem, dass alle Integrationsmitarbeiter, die eine Vollzeitstelle möchten, auch eine erhalten. Niemand dürfe gezwungen werden, gegen den eigenen Wunsch eine Teilzeitstelle anzunehmen.
Die Forderungen der Eltern
Der AEB begrüßt die angekündigten Maßnahmen, betont aber, dass sie nur mit ausreichend Personal wirken können. Schulen dürften nicht dazu gezwungen sein, nur den bestehenden Mangel zu verwalten. Kinder und Jugendliche mit Behinderung hätten ein Recht auf jene Unterstützung und Stundenzuweisung, die in ihrem individuellen Bildungsplan festgelegt ist.
Neu geregelt werden müsse auch die Zuweisung der Integrationslehrpersonen. Der bisherige Schlüssel von einer Lehrperson pro 100 entspreche nicht mehr den heutigen Bedürfnissen. Der AEB fordert, für das Schuljahr 2026/27 eine neue Regelung einzuführen, mit einer Integrationslehrperson für zwei beziehungsweise drei Funktionsdiagnosen.
Wichtig sei dem Verein, dass über den individuellen Unterstützungsbedarf gemeinsam mit den Schulführungskräften und den Fachpersonen vor Ort entschieden werde, da diese die einzelnen Kinder am besten kennen. Die Stundenzuweisung dürfe nicht nach einem starren Rastersystem erfolgen. Auch die deutsche Bildungsdirektion sei gefordert, die Ressourcen im Bereich der Inklusion zu erhöhen.
Sorge um den gemeinsamen Unterricht
Besorgt zeigt sich der AEB über Fälle, in denen Kinder mit Behinderung wegen fehlenden Personals zeitweise außerhalb der Klasse betreut werden. Inklusion müsse im gemeinsamen Unterricht stattfinden, ein Personalmangel dürfe nicht dazu führen, dass Kinder aus der Klassengemeinschaft herausgenommen werden.
Ein weiteres Anliegen ist dem Verein die bedarfsgerechte Stundenzuweisung beim Übergang in die nächste Schulstufe. Eine gute Bildung sei die Grundlage für eine gelingende gesellschaftliche und berufliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung.
Der AEB kündigte an, die angekündigten Maßnahmen aufmerksam zu verfolgen und sich weiterhin für eine hochwertige und bedarfsgerechte inklusive Schule einzusetzen.






