von lif 02.07.2026 17:35 Uhr

SBB: „Vorsicht beim Passieren von Mutterkuhherden“

Beim Wandern kann die Begegnung mit einer Kuhherde gefährlich werden. Der Südtiroler Bauernbund (SBB) ruft daher vor allem bei Mutterkühen mit ihren Kälbern zu besonderer Vorsicht auf.

Bild: APA/THEMENBILD

Herden reagieren heute sensibler und nervöser als noch vor einigen Jahren. Als Ursachen nennt der SBB vor allem die häufige Mitnahme von Hunden sowie die zunehmende Verbreitung des Wolfes. „Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Hunde mitgeführt werden und sich Mutterkühe mit ihren Kälbern in der Nähe befinden“, betont SBB-Landesobmann Daniel Gasser. Mit Blick auf den jüngsten Vorfall in Antholz, bei dem eine Mutterkuh mehrere Wanderer teils schwer verletzte, spricht er den Betroffenen sein Mitgefühl aus. Wer einige Grundregeln beachtet, kann das Risiko aber deutlich verringern, so der SBB. Dazu gehören ausreichend Abstand zu den Tieren, das Beachten von Hinweisschildern, das Bleiben auf markierten Wegen sowie das konsequente Meiden von Mutterkühen mit Kälbern.

Eine zentrale Rolle spielen Hunde. „Kühe mögen keine Hunde, dadurch steigt das Risiko gefährlicher Situationen erheblich“, erklärt Franz Hintner, Präsident der Südtiroler Tierärztekammer. Greife eine Kuh einen Hund an, versuchten viele Halter instinktiv, ihr Tier zu schützen und brächten sich dadurch selbst in Gefahr. In einer solchen Situation solle der Hund besser losgelassen werden, damit er ausweichen kann.

Hintner beobachtet zudem, dass sich viele Menschen den Tieren zu weit nähern. „Kühe sind keine Kuscheltiere“, betont er. Stehen Tiere auf oder neben dem Weg, sollten sie großräumig umgangen und aufmerksam beobachtet werden. Dass Weidetiere sensibler reagieren, hänge auch mit der extensiven Tierhaltung zusammen: Viele hätten heute weniger direkten Kontakt zu Menschen. Hinzu komme der Wolf, dessen Präsenz die Herden insgesamt wachsamer mache.

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