von lif 15.06.2026 14:58 Uhr

Klinik Innsbruck entnimmt Eierstockgewebe bei jungen Mädchen

Die Innsbrucker Klinik hat mit zwei Eingriffen im Jahr 2025 und 2026 bei krebskranken Mädchen unter zehn Jahren österreichweit erstmals Eierstockgewebe entnommen und eingefroren. Damit soll der Fruchtbarkeitserhalt nach schweren Krebstherapien ermöglicht werden. Relevante Daten für diese „Fokusverschiebung“ hatte zuvor eine Studie der Medizinischen Universität Innsbruck mit 500 krebskranken Kindern geliefert, betonten Mediziner bei einer Pressekonferenz.

Bild: APA/THEMENBILD

Diese Daten, die einen Zeitraum von 18 Jahren umfassen, hätten nämlich gezeigt, dass die „Fertilitätsprotektion“ – also eben die Entnahme und das Einfrieren von Eierstockgewebe zum Fruchtbarkeitserhalt – nur bei einem sehr kleinen Teil der betroffenen Kinder umgesetzt worden sei. „Die Fertilität und damit verbundene Beratungen spielten so gut wie keine Rolle, sondern es ging primär ums Überleben der jungen Patientinnen“, skizzierte Bettina Böttcher, Oberärztin an der Klinik für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin und Vorstandsmitglied im FertiPROTEKT-Netzwerk.

Immer mehr Überlebende, Fokus auf Therapie-Spätfolgen

Im Fokus sei früher somit nicht gestanden, „wie Kinder überleben“, sondern dass sie überhaupt überleben, beschrieb Gabriele Kropshofer, Oberärztin für pädiatrische Hämatologie, Onkologie und Stammzellentransplantation an der Kinderklinik Innsbruck, weiters die lange vorherrschende Situation. Da aber immer mehr Kinder und Jugendliche mit Krebserkrankungen überleben – europaweit sind es mittlerweile 80 Prozent – kämen zunehmend auch Spätfolgen wie eingeschränkte Fruchtbarkeit oder Unfruchtbarkeit in den Blick. „Das betrifft immerhin zwei Drittel aller Überlebenden“, erklärte Kropshofer.

APA/UT24

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