„Zusammenhalt ist unsere Stärke“

Der Verband kritisiert in einer Aussendung scharf die Warnungen im Vorfeld. Vertreter der Südtiroler Landesregierung und der Wirtschaft hätten lautstark vor Verkehrschaos und Sicherheitsrisiken gewarnt, eingetreten sei jedoch das Gegenteil. Am Tag der Sperrung seien so wenige Autos gefahren wie selten, die Demonstration sei ohne jeden Zwischenfall verlaufen und auch die Wirtschaft sei nicht in eine Krise geraten. Die Warnungen seien damit ebenso unangemessen gewesen wie die Verkehrspolitik, die den Protest überhaupt erst nötig gemacht habe.
Erfreut zeigt sich der Verband über die Teilnahme des Tiroler Landeshauptmanns Anton Mattle. Umso unverständlicher sei es, dass niemand aus der Südtiroler Landesregierung den Weg nach Matrei gefunden habe, obwohl die Brennerproblematik auch Südtirol täglich belaste. Dass hingegen zahlreiche Südtiroler Oppositionspolitiker teilgenommen haben, zeige, dass das Thema in der Gesellschaft längst angekommen sei.
Ein besonderer Dank gilt aus Sicht des Heimatpflegeverbandes den Wipptaler Bürgermeistern, allen voran Karl Mühlsteiger, der das Demonstrationsrecht mit Beharrlichkeit durchgesetzt und den friedlichen Protest damit ermöglicht habe.
Die Forderungen
Der Heimatpflegeverband trägt die Anliegen der Demonstranten geschlossen mit. Gefordert werden mehr Lebensqualität und Gesundheit für die Bevölkerung entlang der Brennerachse sowie eine deutliche Mauterhöhung mit Angleichung an die Schweiz. Denn rund ein Drittel aller Lkw am Brenner fahre nur wegen der günstigeren Tarife über diese Route.
Weiters brauche es wirksame Maßnahmen, um den Güterverkehr auf die Schiene zu verlagern, sowie den Erhalt aller bestehenden Tiroler Schutzmaßnahmen und deren Ausweitung auf den gesamten Korridor von München bis Verona. Langfristig müsse die Politik sicherstellen, dass die Verkehrsbelastung trotz wirtschaftlichem Wachstum sinkt und sich der Frage stellen, ob beides überhaupt vereinbar sei.
„Heimat und Lebensraum“
Die Demonstration habe gezeigt, dass sich die Menschen entlang der Brennerachse nicht gegeneinander ausspielen ließen. Weder von der Logistiklobby noch von einer zögerlichen Politik oder durch nationale Grenzen. Diesen Zusammenhalt gelte es weiter zu stärken, betont der Verband. Denn die Brennerachse sei nicht nur ein Transitkorridor, sondern Heimat und Lebensraum für Zehntausende Menschen. Das Motto bleibt: „Weniger Verkehr. Besseres Leben.“






