50 Jahre Landeslabor: Südtirols Vorreiter für Umweltanalysen

Das Labor nahm seine Tätigkeit offiziell vor 50 Jahren mit dem Landesgesetz vom 26. Mai 1976 auf. Laut Landesrat für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz Peter Brunner war die Gründung eine „weitsichtige Entscheidung“. Er betonte bei der Jubiläumspressekonferenz, dass Umwelt- und Gesundheitsschutz verlässliche Daten, kontinuierliches Monitoring und gezielte Maßnahmen erforderten. Ebenso wichtig seien die Mitarbeitenden des Labors, deren Arbeit wesentlich zur Lebensqualität der Bevölkerung beitrage.
Erste Umweltlabor in Italien
Wie die Direktorin des Biologischen Labors, Alberta Stenico, erklärte, war das Institut bei seiner Gründung das erste Umweltlabor in Italien. Initiiert wurde es von der Naturwissenschaftlerin Ina Schenk (1925–2024), die als gebürtige Meranerin die erste Leiterin des Labors war. Bereits damals wurden erste biologische Analysen zum Zustand von Gewässern, Luft und Boden durchgeführt.
Die Kernaufgabe sei bis heute gleich geblieben, so Stenico: Umweltparameter zu erheben, Verschlechterungen zu erkennen und entsprechende Maßnahmen wissenschaftlich zu begleiten. In den vergangenen Jahrzehnten seien die Aufgabenbereiche stetig erweitert und gesetzlich verankert worden. Heute zählt das Team 27 hochspezialisierte Fachkräfte.
Auch der Bürgermeister von Leifers, Giovanni Seppi, hob die Bedeutung des Labors für die Gemeinde hervor. Das Landeslabor sei eine der wenigen Landesstrukturen mit Sitz in Leifers, sichere hochqualifizierte Arbeitsplätze und sei ein wichtiger Arbeitgeber vor Ort.
Breites Aufgabenspektrum im Umweltbereich
Das Biologische Landeslabor ist heute in zahlreichen Bereichen der Umweltanalytik tätig. Dazu zählen das Monitoring von Seen und Fließgewässern, Trinkwasseranalysen, Lebensmittelmikrobiologie, Ökotoxikologie sowie das Monitoring von Pollen und Tigermücken. Auch im Bereich der Abwasser-Epidemiologie sowie bei Mikroplastik und antibiotikaresistenten Keimen arbeitet das Labor an vorderster Front.
Besonders hervorzuheben ist auch die praktische Tätigkeit im Bereich der Seenbewirtschaftung: Als eines der wenigen Labore auf nationaler Ebene führt das Biologische Landeslabor notwendige Sanierungs- und Erhaltungsmaßnahmen wie die Mahd von Wasserpflanzen mit eigenen Spezialbooten selbst durch.
„Die Gesundheit der Menschen ist eng verbunden mit der Gesundheit der Umwelt – dieses Konzept ist mehr denn je gültig“, betonte Direktorin Stenico.
Wandel in der Kommunikation mit der Bevölkerung
Verändert habe sich im Laufe der Jahrzehnte vor allem die Kommunikation mit der Bevölkerung. Während früher Daten jährlich in Broschüren veröffentlicht wurden, können Bürgerinnen und Bürger heute nahezu in Echtzeit online Informationen abrufen – etwa zur Qualität der Badegewässer, zur Pollenkonzentration oder zur Entwicklung der Tigermücke.






