von mmh 14.05.2026 10:10 Uhr

Südtiroler Konsumklima stürzt ab: Haushalte werden deutlich vorsichtiger

Das Konsumklima in Südtirol hat sich zuletzt deutlich verschlechtert. Laut der aktuellen vierteljährlichen Erhebung des WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen ist der Index im April spürbar zurückgegangen und liegt nun bei -18,1 Punkten. Das entspricht einem Minus von fast zehn Punkten gegenüber der vorherigen Umfrage im Januar.

Symbolfoto: © Uwe Schlick / pixelio.de

Damit liegt Südtirol beim Konsumklima aktuell im europäischen Durchschnitt und leicht über dem italienischen Niveau.

Energiepreise belasten Haushalte

Als wesentlicher Grund für den Rückgang werden die stark gestiegenen Energie- und Kraftstoffpreise genannt. Diese stehen im Zusammenhang mit der Krise im Nahen Osten, insbesondere dem Krieg im Iran und der Blockade der Straße von Hormus.

Die Entwicklung sorgt laut WIFO für wachsende Sorgen in den Haushalten über die wirtschaftliche Zukunft. Besonders deutlich zeigt sich das in den Kaufabsichten: Investitionen in langlebige Güter wie Haushaltsgeräte oder Möbel wurden deutlich nach unten korrigiert.

Auch die Einschätzung der eigenen finanziellen Lage hat sich verschlechtert, wenn auch weniger stark ausgeprägt.

Unterschiede nach Bevölkerungsgruppen

Besonders stark betroffen ist laut Erhebung die Gruppe der Rentnerinnen und Rentner, bei denen der Rückgang des Konsumklimas am deutlichsten ausfällt. Auch nach Geschlecht zeigen sich Unterschiede: Männer bewerten die wirtschaftliche Lage pessimistischer als noch im Januar.

Europaweiter Trend nach unten

Nicht nur in Südtirol, sondern auch europaweit ist das Verbrauchervertrauen gesunken. In der Europäischen Union (EU27) liegt der Index im April bei -19,4 Punkten und damit 7,6 Punkte unter dem Wert vom Jahresbeginn.

In Deutschland sank das Konsumklima ebenfalls um rund zehn Punkte auf -18,9 Punkte. Noch schwächer ist die Stimmung in Italien und Österreich, wo die Werte jeweils unter -24 Punkten liegen und damit rund sechs Punkte schlechter sind als in Südtirol.

Handelskammer sieht Handlungsbedarf

Der Präsident der Handelskammer Bozen, Michl Ebner, begrüßt Maßnahmen der Europäischen Kommission zur Abfederung der Energiekrise, insbesondere Ausnahmeregelungen bei den Staatsbeihilfen.

„Es ist von entscheidender Bedeutung, die Inflationseffekte der steigenden Energiepreise so weit wie möglich zu begrenzen. Es gilt, die Kaufkraft der Haushalte zu schützen und den Kostenanstieg für Unternehmen einzudämmen, um deren Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten“, so Ebner.

So wird das Konsumklima berechnet

Das WIFO erhebt das Konsumklima viermal jährlich – im Jänner, April, Juli und Oktober. Die Ergebnisse basieren auf standardisierten Befragungen und sind mit italienischen sowie europäischen Daten vergleichbar.

Der Index setzt sich aus Bewertungen zu folgenden Bereichen zusammen:

  • Entwicklung der Südtiroler Wirtschaft in den nächsten 12 Monaten
  • Entwicklung der wirtschaftlichen Situation des Haushalts in den letzten 12 Monaten
  • Entwicklung der wirtschaftlichen Situation des Haushalts in den nächsten 12 Monaten
  • Erwartete Ausgaben für langlebige Güter wie Haushaltsgeräte, Elektronik und Möbel in den nächsten 12 Monaten
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