von mmh 08.05.2026 07:58 Uhr

Wo steckt Wal Timmy? Jetzt droht den Helfern sogar eine Klage

Nach der spektakulären Rettungsaktion um den Buckelwal „Timmy“ herrscht weiter Ungewissheit. Seit der Freilassung des Tieres ins offene Meer fehlt von dem Wal jede Spur. Die GPS-Daten des angebrachten Trackers werden von der privaten Rettungsinitiative bislang nicht veröffentlicht – nun droht sogar rechtlicher Ärger.

APA/dpa

Streit um fehlende GPS-Daten

Wie Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus BILD erklärte, habe es vor der Freilassung klare Vereinbarungen mit der privaten Initiative gegeben. Dazu gehörten eine Videoüberwachung, die Weitergabe der Tracker-Daten sowie ein tierärztliches Gutachten nach der Freilassung.

Nach Angaben des Ministers hätten die Daten bis vergangenen Dienstag an die Behörden übermittelt werden sollen. Trotz mehrfacher Anfragen liege dem Umweltministerium bisher jedoch nichts vor. Laut einem Bericht des „Spiegel“ prüft das Land deshalb rechtliche Schritte gegen die Initiative – darunter möglicherweise eine Klage auf Herausgabe der Daten.

„Das Gerät sendet zwar, aber…“

Millionärin Karin Walter-Mommert hatte zuvor zugesichert, die Daten weiterzugeben, sobald diese vorliegen. Gegenüber BILD erklärte sie, dass sich der Tracker bereits mehr als 20 Mal gemeldet habe. Eine genaue Position des Wals lasse sich daraus jedoch nicht ableiten.

Auch Walter Gunz, Mitgründer von Media Markt und einer der wichtigsten Geldgeber der Aktion, erklärte gegenüber BILD: „Wir haben keine Daten, die wir Herrn Backhaus geben können. Das Gerät sendet zwar, aber übermittelt keine verwertbaren Informationen. Wir wissen nicht, warum.“

Ein Helfer bestätigte laut Bericht, dass der GPS-Tracker tatsächlich an der Rückenflosse des Buckelwals angebracht worden sei. Der Sender könne allerdings nur dann Daten übertragen, wenn der Wal auftaucht und die Flosse die Wasseroberfläche durchbricht.

Experten befürchten Schlimmes

Wegen der weiterhin fehlenden Daten gehen Experten des Deutschen Meeresmuseums mittlerweile davon aus, dass der geschwächte Buckelwal möglicherweise nicht überlebt hat. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es derzeit jedoch nicht. Eine Stellungnahme des Umweltministeriums auf eine entsprechende Anfrage steht noch aus.

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