AVS-Sektion Wipptal kritisiert Hotelprojekt am Rosskopf

Obwohl das Projekt nun so dimensioniert ist, dass es knapp unterhalb der gesetzlichen Schwellenwerte für eine UVP liegt (12.500 m³ in dieser Höhenlage), stellt es nach Einschätzung des AVS weiterhin einen erheblichen Eingriff in eine bereits stark beanspruchte Landschaft dar. Für ein Vorhaben dieser Größenordnung wäre eine umfassende Prüfung der Umweltauswirkungen aus Sicht des Vereins unerlässlich.
Der Rosskopf ist als Skigebiet bereits intensiv erschlossen. Der Bau eines weiteren Großprojekts würde die bestehende Belastung weiter erhöhen, so der AVS in einer Aussendung. Zu den Auswirkungen würden zusätzliche Rodungen, ein steigender Besucherdruck sowie die ökologischen Folgen der Bauphase selbst wie durch Baustellenverkehr, Materialtransporte und die Deponierung von Aushubmaterial, zählen. Zudem bringe das Projekt weiteren infrastrukturellen Bedarf mit sich, unter anderem im Bereich der Abwasserentsorgung. Auch die Wasserversorgung werde kritisch gesehen: Zwar ist der Bau eines Trinkwasserkraftwerks geplant, jedoch stellt sich die Frage, ob dessen Dimension ohne das Hotelprojekt geringer ausfallen könnte.
Ein weiterer sensibler Punkt sei die Verkehrserschließung. Zwar ist vorgesehen, dass Gäste ihre Fahrzeuge im Tal abstellen und mit der Bahn anreisen, doch bereits jetzt werden Ausnahmeregelungen diskutiert. Dies lässt Zweifel an der tatsächlichen Wirksamkeit des Verkehrskonzepts aufkommen.
Schließlich hinterfragt der AVS auch den konkreten Mehrwert des Projekts für die Stadt Sterzing. Der Alpenverein Südtirol und die AVS-Sektion Wipptal betrachten den geplanten Hotelbau am Rosskopf aus diesen Gründen kritisch und plädieren für einen verantwortungsvolleren Umgang mit dem sensiblen alpinen Raum: Die Erschließung der Bergwelt hat aus ihrer Sicht eine Grenze erreicht.






