Papst Leo: Spaltungen zwischen Kirchen überwinden

Leo XIV: erinnerte an die „Gemeinsame Erklärung“ von 1966, als Erzbischof Michael Ramsey und Papst Paul VI. den ersten theologischen Dialog zwischen Anglikanern und Katholiken einleiteten – mit dem Ziel der „Wiederherstellung der vollen Gemeinschaft im Glauben und im sakramentalen Leben“. Dies bleibe ein „komplexer ökumenischer Weg“, so Leo XIV.
Mullally hob die Bedeutung des gemeinsamen Weges hervor
Angesichts von Gewalt, tiefen Spaltungen und raschen gesellschaftlichen Veränderungen rief der Papst dazu auf, gemeinsam für das Gemeinwohl zu arbeiten: „Wir müssen Brücken bauen, niemals Mauern“, sagte er und betonte, die Ärmsten stünden „dem Herzen Gottes am nächsten“.
Auch Mullally hob die Bedeutung des gemeinsamen Weges hervor. Christen könnten voneinander lernen, etwa in Gebet, Zeugnis, Leidensfähigkeit und Treue im Dienst. „So wird unser gemeinsames Zeugnis gestärkt“, sagte sie.
Nach einem privaten Gespräch, der Vorstellung der Delegationen und einem Geschenkaustausch beteten beide Kirchenoberhäupter gemeinsam. Mullally versicherte dem Papst ihre Gebete für Frieden und Gerechtigkeit. Zugleich verwies sie auf die Wertschätzung von König Charles III. für den Papst und lud ihn zu einem Besuch in Großbritannien ein. Man könne „gemeinsam in der Hoffnung weitergehen“, dass Gott das begonnene Werk zur Vollendung führe.
Die 64-jährige Mullally, erstes weibliches Oberhaupt der Anglikanischen Gemeinschaft und langjährige Bischöfin von London, wurde am 25. März als geistliches Oberhaupt der Anglikanischen Gemeinschaft ins Amt eingeführt. Weltliches Oberhaupt der Kirche von England ist König Charles III.
Lange Visite
Erzbischöfin Mullally hält sich seit Samstag in Rom auf. Zu ihrer Delegation gehört auch der römisch-katholische Erzbischof von Westminster, Charles Phillip Richard Moth. Die beiden hatte an den Gräbern der Apostel Petrus und Paulus im Petersdom bzw. in St. Paul vor den Mauern gebetet, wie Lambeth Palace in London mitteilte. In der Basilika im Süden Roms wurde am 24. März 1966 das erste formelle ökumenische Dokument zwischen den beiden Kirchen unterzeichnet.
Die Erzbischöfin trifft in Rom außerdem Vertreter der Vatikanbehörde zur Förderung der Einheit der Christen. Am Montagabend hält sie einen Gottesdienst in der Kirche St. Ignatius von Loyola. Dabei soll Bischof Anthony Ball, Direktor des Anglikanischen Zentrums in Rom, als Vertreter des Erzbischofs von Canterbury beim Heiligen Stuhl eingesetzt werden.
Am Dienstag soll Mullally Flüchtlingsinitiativen beider Kirchen besuchen: im Joel Nafuma Refugee Centre (JNRC) in der anglikanischen Kirche St. Paul innerhalb der Mauern und bei der Gemeinschaft Sant’Egidio.
apa






