von lif 21.04.2026 16:03 Uhr

Ryanair droht Österreich mit Flugstreichungen

Michael O’Leary, Boss von Europas größter Fluglinie Ryanair, stellt Österreichs Regierung ein Ultimatum bis ersten Mai. Sie müsse die Ticketsteuer abschaffen, sonst würden weitere Maschinen abgezogen.

Ryanair (Symbolbild) - Foto: Pixabay

O’Leary gibt Entwarnung für den Sommerurlaub: Er erwartet keine größere Knappheit bei Kerosin. Ryanair selbst habe 80 Prozent seines Bedarfs gesichert. „Wir rechnen nicht, dass Flüge wegen Kerosinmangel gecancelt werden. Das wird den Sommerflugplan nicht beeinflussen“, ergänzt Andreas Gruber, Österreichchef von Ryanair.

Konkret habe man bis März 2027 laufende Verträge mit Kerosin Lieferanten auf rund 250 Flughäfen in Europa. In Wien ist die OMV Raffinerie in Schwechat der Partner. Andere in der Branche sind weniger optimistisch. Ab Juni könnte es Knappheit auf einigen Airports geben, speziell in Ländern, die keine eigene Raffinerie haben und den Flugzeugtreibstoff daher komplett importieren müssen.

Ticketsteuer muss bis ersten Mai fallen

Höchst unzufrieden ist O’Leary hingegen mit der heimischen Regierung. Sie müsse bis ersten Mai die Luftverkehrsabgabe genannte Ticketsteuer abschaffen. Diese macht zwölf Euro pro Flug aus und sorge dafür, dass Österreich für günstige Airlines zu teuer sei. Level, Easyjet und zuletzt Wizzair haben deshalb ihre Flüge aus Österreich schon eingestellt.

Ryanair hat bisher seine bei uns fix stationierte Flotte von bis zu 21 auf aktuell 14 Maschinen reduziert, die Flugverbindungen sanken um neun auf 83. Das Ultimatum sei fix, droht der Ryanair Konzernchef: „Wir machen dann den Winterflugplan. Wird die Steuer nicht gestrichen, werden ein, zwei weitere Maschinen abgezogen.“

Landespolitiker unterstützen Forderung

Rückenwind bekommt O’Leary von den österreichischen Tourismus Landesräten. Sie verlangen ebenfalls einheitlich die Abschaffung, weil sonst die regionalen Flughäfen und der gesamte Fremdenverkehr leiden. Linz etwa ist mit seinen nur zwei Flügen in der Woche für die Ryanair bereits ein Wackelkandidat.

Auch der Flughafen Wien werde erstmals seit Corona ein Passagierminus einfahren, weil die Reisenden auf günstigere Airports ausweichen. Bratislava zum Beispiel dürfte 170 Prozent mehr Fluggäste schaffen.

Forderung nach niedrigeren Gebühren

Parallel drängt Ryanair auch auf eine Senkung der Flugsicherungsgebühren der Austro Control, die seit Corona um 60 Prozent hinaufgesetzt wurden. Und auch der Flughafen Wien solle wieder attraktivere Gebühren anbieten. Stimmen die Bedingungen wieder, dann verspricht O’Leary für Österreich weitere Investitionen von einer Milliarde Dollar, zehn zusätzliche Maschinen, 40 neue Routen und mehr Angebot auf den Regionalflughäfen.

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