Ältester Österreicher verstorben

Ein Leben zwischen Krieg, Familie und Musik
Josef Peer wurde am 31. Jänner 1918 geboren – in einer Zeit, als in Österreich noch Kaiser Karl I. regierte. Aufgewachsen ist der Wipptaler mit zehn Geschwistern auf einem Bauernhof im Gschnitztal. Schon früh war harte Arbeit Teil seines Alltags, gleichzeitig prägten ihn auch unvergessliche Sommer auf der Alm, wo er mit seinem Bruder Schafe hütete.
Mit 20 Jahren wurde er in den Zweiten Weltkrieg eingezogen. Sieben Jahre war er im Einsatz, wurde mehrfach verwundet und erlebte großes Leid. Sein Humor blieb ihm dennoch erhalten. Über seine Kriegserlebnisse sagte er später scherzhaft, er sei „überall schon gewesen – und das gratis“. Sein Bruder kehrte nicht mehr aus dem Krieg zurück.
Nach dem Krieg fand er sein persönliches Glück: Er heiratete Ida Gleirscher, die er selbst als „schönste Frau im Stubaital“ bezeichnete. 47 Jahre lang waren die beiden verheiratet und bekamen sieben Kinder. Gemeinsam führten sie die Bremerhütte, wo Musik stets eine zentrale Rolle spielte. Josef Peer war viele Jahre im Kirchenchor und in der Musikkapelle aktiv. 1994 verstarb seine Ehefrau.
Disziplin, Lebensfreude und ein außergewöhnliches Alter
Auch im hohen Alter blieb Josef Peer ein lebensfroher Mensch. Obwohl er selbst kaum Sport betrieb, verfolgte er im Fernsehen begeistert Skispringen und Snooker. Mehrere gesundheitliche Rückschläge, darunter ein Herzinfarkt, konnten ihn nicht dauerhaft bremsen.
Seit Herbst 2023 lebte er in einem Altersheim in Matrei am Brenner, wo er regelmäßig Besuch von seiner großen Familie erhielt.
Sein Geheimnis für ein langes Leben brachte er selbst auf den Punkt: kein Alkohol, keine Zigaretten und ein respektvoller Umgang. Seine Disziplin und positive Einstellung machten ihn zu einem Vorbild für viele Generationen.
Mit Josef Peer verliert Tirol eine außergewöhnliche Persönlichkeit, deren Lebensgeschichte ein ganzes Jahrhundert widerspiegelt.






