von mmh 14.04.2026 13:29 Uhr

70. Todestag: STF erinnert an Kanonikus Gamper

Am 15. April jährt sich der Todestag von Michael Gamper zum 70. Mal. Die Süd-Tiroler Freiheit erinnert in einer Aussendung an das Wirken des Kanonikus, der sich zeitlebens für Sprache, Heimat und Selbstbestimmung einsetzte.

Kanonikus Michael Gamper

Gamper wurde 1885 in Prissian geboren und machte sich nach seinem Theologiestudium vor allem als Journalist einen Namen. Er leitete unter anderem den „Südtiroler Volksboten“ sowie die „Dolomiten“ und prägte damit die Medienlandschaft seiner Zeit.

Einsatz für Sprache und Identität

Während der faschistischen Herrschaft engagierte sich Gamper für den Erhalt der deutschen Sprache in Südtirol. Er organisierte die sogenannten Katakombenschulen und setzte sich dafür ein, dass die deutsche Bildung und Kultur weiterbestehen konnten. Auch während der Option trat er für den Verbleib der Südtiroler in ihrer Heimat ein.

Sein Widerstand gegen Nationalsozialismus und Euthanasie-Verbrechen brachte ihn ins Visier der Gestapo, vor der er 1943 fliehen musste. Dennoch blieb Gamper politisch aktiv und setzte sich nach dem Krieg bei den Alliierten für die Selbstbestimmung Südtirols und einen Anschluss an Österreich ein. Den Pariser Vertrag lehnte er ab und äußerte wiederholt Kritik an der italienischen Nachkriegspolitik.

  • Stefan Zelger, Mitglied der Landesleitung und Büroleiter der Süd-Tiroler Freiheit (Bild:STF)

Große Anteilnahme beim Abschied

Mit seinem Leitartikel zum „Todesmarsch“ im Jahr 1953 prägte Gamper die öffentliche Stimmung nachhaltig. Er gilt zudem als Vermittler zwischen den sogenannten Dableibern und Optanten.

Michael Gamper starb am 15. April 1956 im Alter von 71 Jahren. Sein Begräbnis wurde von großer Anteilnahme begleitet: Über 30.000 Menschen nahmen Abschied.

Stefan Zelger von der Süd-Tiroler Freiheit betont, dass Gampers Werte bis heute Bedeutung hätten. Sein Vermächtnis bestehe darin, die Rechte der Südtiroler weiterhin zu schützen und zu verteidigen.

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