von hz 04.09.2024 07:30 Uhr

„Es ist wieder cool, rechts zu sein!“ – AfD-Jungpolitiker im UT24-Gespräch

Die Alternative für Deutschland (AfD) ist bei den Landtagswahlen am vergangenen Sonntag in Thüringen und Sachsen als großer Gewinner hervorgegangen (UT24 berichtete). In Thüringen wurde sie sogar mit Abstand zur stärksten Kraft gewählt. Vor allem bei den Jungwählern wurde die Partei stark gewählt. Warum ist das so? Und wird es tatsächlich zu Regierungen ohne den klaren Wahlsieger AfD kommen? UT24 hat mit Tomasz Froelich, dem stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Jungen Alternative (JA) gesprochen.

Tomasz Froelich, EU-Parlamentarier (AfD) und stellvertretender Bundesvorsitzender der JA (Junge Alternative); Bild rechts: Logo JA - Von FireKillerEU - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=82918152

Er ist 35 Jahre jung und seit der vergangenen EU-Wahl im Juni 2024 EU-Parlamentarier für die AfD. Tomasz Froelich engagiert sich seit einigen Jahren für die Alternative für Deutschland: er war parlamentarischer Berater und Pressesprecher der AfD-Delegation im EU-Parlament und ist auch seit 2019 stellvertretender Bundesvorsitzender der Jungen Alternative (Jugendbewegung der AfD). UT24 hat mit dem Jungpolitiker über die Landtagswahlen vom Sonntag gesprochen.

UnserTirol24: Wie beurteilt die Junge Alternative (JA) die Ergebnisse der Landtagswahlen vom vergangenen Sonntag in Thüringen und Sachsen?

Tomasz Froelich: Die JA beurteilt die Ergebnisse sehr positiv. Sie sind das Ergebnis harter und professioneller Arbeit. Insbesondere freut es uns, dass wir mittlerweile unter den Jungwählern deutlich stärkste Kraft sind. Die AfD ist nicht die Partei abgehängter Rentner, sondern die Partei der Zukunft. Das ist auch ein Verdienst der JA.

UT24: Wird es tatsächlich zu Regierungen kommen, in welchen die AfD als stärkste bzw. zweitstärkste Partei nicht Teil davon sein wird? Wenn ja, welch unbedeutende Rolle würde so der Wählerwille einnehmen?

Froelich: Es ist sogar recht wahrscheinlich, dass man die AfD von einer Regierung ausschließen wird und die CDU stattdessen bisherige Brandmauern nach links einreißen wird. Alle an so einer Koalition beteiligten Akteure werden sich so entlarven: Die CDU wird jeden denkbaren Linksrutsch mitmachen, um an der Macht zu bleiben, während das BSW (Bündnis Sahra Wagenknecht, Anm. d. Red.) schneller in Establishment ankommen wird, als es seiner Wählerschaft lieb ist. Auf Dauer wird nur die AfD davon profitieren. Politik ist ein Marathon. Wir haben einen langen Atem, die anderen einen kurzen. Dass sich die Kartellparteien nicht um den Wählerwillen scheren, fällt ihnen ja jetzt schon auf die Füße. Sie scheinen völlig lernresistent zu sein.

Politik ist ein Marathon. Wir haben einen langen Atem, die anderen einen kurzen.

Tomasz Froelich, EU-Parlamentarier (AfD) und stellvertretender Bundesvorsitzender der Jungen Alternative

UT24: Besonders stark hat die Jugend die AfD gewählt. Auf welche Gründe führen Sie dies zurück?

Froelich: Es entwickelt sich, im Zuge der woken Raserei, eine zunehmend rechte Gegenkultur. Wer heute Rebell ist, ist rechts. Und es ist wieder cool, rechts zu sein. Die Linkswoken haben mit ihrer Bevormundung und Indoktrination übertrieben. Die Jugend will wieder zurück zu dem, was man als überlieferte Normalität bezeichnen könnte. Für diese überlieferte Normalität steht in Deutschland nur die AfD.

Es entwickelt sich, im Zuge der woken Raserei, eine zunehmend rechte Gegenkultur.

Tomasz Froelich, EU-Parlamentarier (AfD) und stellvertretender Bundesvorsitzender der Jungen Alternative

UT24: Sie sind innerhalb der JA auch für die internationalen Beziehungen zuständig. Inwieweit können die Ergebnisse vom Sonntag Auswirkungen auf kommende Wahlen in Deutschland und seinen Nachbarländern haben?

Froelich: Das bleibt abzuwarten und hängt von den jeweiligen Parteien ab. Die FPÖ geht einen ähnlichen Weg wie wir und wird davon profitieren. Andere Rechtsparteien biedern sich wiederum dem Mainstream an. Das mag kurzfristig zu Wahlerfolgen führen. Aber was bringen schon Wahlerfolge, wenn man realpolitisch nichts reißen kann? Konnte Giorgia Meloni ihre wichtigsten Wahlversprechen einlösen? Nicht wirklich! Ich sage immer: Schlimmer als eine linke Regierung, die linke Politik macht, ist eine rechte Regierung, die linke Politik macht. Wir werden unseren Prinzipien treu bleiben, müssen nur Geduld haben. Und wenn wir eines Tages regieren, dann verspreche ich eine rechte Regierung, die rechte Politik machen wird.

Schlimmer als eine linke Regierung, die linke Politik macht, ist eine rechte Regierung, die linke Politik macht.

Tomasz Froelich, EU-Parlamentarier (AfD) und stellvertretender Bundesvorsitzender der Jungen Alternative

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