von apa 02.05.2016 10:39 Uhr

Auslieferung der Matura-Ausgaben kurz vor Abschluss

Die Vorbereitungen für die Zentralmatura 2016 sind beinahe abgeschlossen. Am Montag erhielt mit der HTL Mödling die größte Schule Österreichs “ihre” Prüfungspakete – sie ist damit eine der letzten Schulen, an die das Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) die Aufgaben ausgeliefert hat. Am kommenden Montag (9. Mai) startet dann die erste flächendeckende Zentralmatura an allen AHS und BHS.

APA

Allein im Fach Angewandte Mathematik stellen sich an der HTL Mödling fast 400 Kandidaten der Zentralmatura. Insgesamt wurden an die Schule für knapp 1.000 Prüfungen mehr als 1.400 Aufgabenhefte geliefert, die mehr als 38.000 Seiten umfassen.

Die Zentralmatura findet heuer erstmals auch flächendeckend an allen berufsbildenden höheren Schulen (BHS) statt. An den AHS waren bereits im Vorjahr alle Schulen dabei. Den Auftakt macht am 9. Mai das Prüfungsfach Deutsch.

Die schriftliche Zentralmatura im Fach Deutsch (eigentlich: Unterrichtssprache) ist als einzige für alle Schüler gleich – egal ob sie eine AHS oder BHS besuchen. Die Prüfungskandidaten können dabei eines aus drei “Aufgabenpaketen” auswählen, die jeweils unter einer thematischen Klammer stehen. Die Deutsch-Matura dauert 300 Minuten, die Bewertung erfolgt nicht über ein Punktesystem.

Jedes der drei “Aufgabenpakete” besteht aus zwei voneinander unabhängigen Aufgabenstellungen. Die Maturanten müssen zwei Texte verfassen, wobei jeder Text gleich gewichtet wird. Wörterbücher dürfen verwendet werden, nicht aber Lexika.

Eines der drei Pakete muss dabei eine literarische Aufgabe enthalten. Die Pakete können dabei nur im Ganzen gewählt und nicht einzelne Aufgaben aus unterschiedlichen Paketen kombiniert werden.

Die Aufgabenstellungen enthalten immer einen oder mehrere Ausgangstexte als Grundlage – das können auch nichtlineare Texte wie Statistiken oder Schaubilder sein. Spezifische Werkkenntnis (“Literaturkanon”) wird nicht vorausgesetzt. Die Inputtexte dürfen pro Themenklammer dabei eine Anzahl von 2.000 Wörtern nicht überschreiten.

Die Schüler müssen Texte aus einem vorgebenen “Textsortenkanon” (Empfehlung, Erörterung, Kommentar, Leserbrief, Meinungsrede, offener Brief, Textanalyse, Textinterpretation, Zusammenfassung) verfassen. Vorgegeben wird auch ein Richtwert für die Wortanzahl: Diese beträgt etwa 900 Wörter (plus/minus zehn Prozent) – entweder werden zwei gleich lange Texte von je 450 Wörtern oder ein langer (600) und ein kurzer (300) verlangt (jeweils plus/minus zehn Prozent).

Gleiches wie für die Deutsch-Matura gilt für die Volksgruppensprachen Kroatisch, Slowenisch und Ungarisch als Unterrichtssprache in einigen Bundesländern.

Komplett unterschiedliche Aufgaben und auch Beurteilungen gibt es bei der Mathematik-Zentralmatura für AHS und BHS. Während zumindest an allen AHS die Aufgaben einheitlich sind, gibt es an den BHS jeweils einen BHS-einheitlichen und einen je nach BHS-Form unterschiedlichen Teil.

An den AHS besteht die Mathe-Klausur aus zwei Teilen zu je 24 Punkten und dauert 270 Minuten. Den ersten Teil bilden 24 sogenannte “Typ-1-Aufgaben”, bei denen die Schüler Grundwissen und Grundfertigkeiten “ohne darüber hinausgehende Eigenständigkeit” nachweisen müssen. Die Aufgaben können dabei nur als gelöst (ein Punkt) bzw. nicht gelöst (null Punkte) bewertet werden. Nach 120 Minuten muss das Teil-1-Aufgabenheft abgegeben werden.

Der zweite Teil besteht aus vier bis sechs umfangreicheren “Typ-2-Aufgaben” (mit je zwei bis sechs Unteraufgaben), bei denen eine “selbstständige Anwendung von Wissen und Können erforderlich ist”. Pro Unteraufgabe können dabei null bis zwei Punkte verteilt werden. Für die Bearbeitung des zweiten Teils stehen 150 Minuten zur Verfügung.

Für ein “Genügend” müssen im ersten Teil zwei Drittel der Aufgaben richtig gelöst, also 16 Punkte erreicht werden – unabhängig von der Punkteanzahl im zweiten Teil. Ausnahme: Im zweiten Teil können noch extra gekennzeichnete sogenannte “Ausgleichspunkte” gesammelt werden, die für den ersten Teil angerechnet werden. Wer also etwa 13 Punkte im ersten Teil und drei “Ausgleichspunkte” im zweiten sammelt, ist ebenfalls noch positiv. Die “Ausgleichspunkte” werden ausschließlich für bestimmte, eigens gekennzeichnete Aufgabenstellungen vergeben.

Unter der Voraussetzung, dass im ersten Teil bzw. mit den “Ausgleichspunkten” 16 Punkte erreicht wurden, gibt es bis 23 Punkte einen Vierer, zwischen 24 und 32 Punkten einen Dreier, zwischen 33 und 40 Punkten einen Zweier und ab 41 Punkten ein “Sehr Gut”.

Auch an den BHS werden im ersten, an allen Schulen gleichen Teil die Grundkompetenzen abgefragt. Hier sind zumindest vier Aufgaben mit je zwei bis vier Unteraufgaben zu lösen, wobei für jede Unteraufgabe ein bis drei Punkte vergeben werden.

Die Zentralmatura in den lebenden Fremdsprachen ist nur teilweise für alle Schüler ident. Zentrale Aufgabenstellungen gibt es für Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch. Ein Teil der Aufgaben für AHS und BHS unterscheidet sich, zusätzliche Variationen gibt es, je nachdem wie lange die Sprache gelernt wurde (vier, sechs, acht Jahre).

Die schriftliche Zentralmatura für die Fächer Latein und Griechisch gibt es nur an den AHS – und ist auch dort nicht für alle Schüler gleich: Je nachdem, ob die Sprache vier oder sechs Jahre gelernt wurde, gibt es eigene Aufgabenhefte. Diese bestehen aus je zwei Abschnitten – einem Übersetzungs- (36 Punkte) und einem Interpretationsteil (24 Punkte). Die Bearbeitungszeit beträgt 270 Minuten.

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