
Florian Stumfall
Söder sägt schon am Merz-Stuhl

Um aber den letzten, unzweifelhaften Beleg dafür recht zu erkennen, muss man einige Monate zurückblättern. Im November des vergangenen Jahres besuchte Merz die brasilianische Hafenstadt Belém nahe der Amazonas-Mündung. Dort ließ er wieder einmal seiner arroganten, hochmütigen Art freien Lauf, beschimpfte die dortige Bevölkerung und setzte ihre Stadt herab. Dann griff er in sein Gilet-Taschl und spendete eine Milliarde Euro; natürlich nicht sein Geld, sondern dasjenige der deutschen Steuerzahler.
Die eigene Partei lässt ihn fallen
Nun ist es leider durchaus üblich, dass Politiker in der Welt große Summen verstreuen, die ihnen nicht gehören, und oftmals eben auch, ohne dafür ein Mandat durch das Parlament zu haben – bedauerlich genug. Doch in dem Falle Belém/Merz geschah jetzt, Monate später, etwas ungeheuerliches: CDU-Haushaltspolitiker erklärten, sie werden die Belém-Milliarde des Kanzlers nicht nachträglich durchwinken, wie sonst üblich.
Hätte es bislang noch einen Zweifel an dem politischen Siechtum des Kanzlers gegeben, so wären diese jetzt behoben. Der Vorgang ist ohne Beispiel, Merz ist blamiert bis ins Mark, und die Haushälter der eigenen Partei tun, was Söder angeblich nicht vorhat: sie legen vor aller Welt bloß, dass Friedrich Merz keine Autorität und keine Macht mehr besitzt, nicht einmal mehr in der eigenen Partei.




