
Florian Stumfall
Merz’ seltsame Brandmauer

Wahlkampf mit Hindernissen
Das mag manchen CDU-Strategen in der ursprünglichen Absicht bestärkt haben, auf das Erscheinen des Kanzlers ganz zu verzichten – immer, wenn dieser mit den Wählern zusammentrifft, gibt es Ärger. Daß Merz entgegen der früheren Ankündigung nun doch im Wahlkampf erschienen ist, wird also zu Lasten seiner Partei gehen.
Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist der Umstand, daß in Sachsen-Anhalt bei allen Umfragen die AfD um 20 Prozentpunkte vor der CDU liegt, was natürlich nicht nur dem Kanzler zu denken gibt. Nachdem er aber 100 mal geschworen hat, er werde nie mit der AfD zusammenarbeiten, obwohl die beiden Wahlprogramme wahrscheinlich über 80 Prozent Gemeinsamkeit aufweisen. Daher war es lange ein Rätsel, wie sich Merz und sein Statthalter Schulze dessen Machterhalt in Magdeburg vorstellen.
Die Linke als Ausweg?
Jetzt hat Merz die Katze aus dem Sack gelassen: Mit Hinweis auf Sachsen und Thüringen verwies er auf eine Möglichkeit, von der in diesen beiden Ländern von den jeweiligen CDU-Ministerpräsidenten Gebrauch gemacht wird, sich nämlich von der Partei Die Linke dulden zu lassen.
Zur Erinnerung: Die Linke ist die zweimal umbenannte ehemalige Staatspartei SED in Ostberlin, verantwortlich für Not, Unfreiheit und den Schießbefehl an der Grenze samt den vielen Toten, die ihm zum Opfer gefallen sind.




