Radiologie macht sichtbar, was das Auge nicht sieht

Wie der Südtiroler Sanitätsbetrieb mitteilt, liefern radiologische Bilder oft Hinweise, die Patienten nicht auf den ersten Blick erkennen. Für Fachleute können selbst kleinste Veränderungen wichtige Anzeichen für eine Krankheit sein. Zusammen mit den klinischen und laborchemischen Befunden helfen sie, Krankheiten zu erkennen und die passende Behandlung zu planen. Laut Ferro ist die Radiologie heute eine der tragenden Säulen der modernen Medizin. Sie erlaube es, den Körper ohne operative Eingriffe zu untersuchen, und begleite die Patienten von der Früherkennung bis zur Kontrolle des Behandlungserfolgs.
Welche Methode wofür?
Neben dem klassischen Röntgen gehören heute Ultraschall, Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) zum Alltag. „Es gibt nicht die eine beste Untersuchungsmethode“, sagt Ferro. Entscheidend sei, welche Information gebraucht werde. Das Röntgen sei bei Erkrankungen des Brustkorbs und des Bewegungsapparates unverzichtbar. Ultraschall eigne sich besonders für Bauchorgane und Blutgefäße. CT liefere detaillierte Bilder und sei vor allem in Notfällen und in der Onkologie wichtig. Die MRT zeige Gewebe besonders genau und komme unter anderem bei Nervensystem, Gelenken und Bewegungsapparat zum Einsatz. Eine wichtige Ergänzung ist die interventionelle Radiologie. Dabei dienen die Bilder als genaue Orientierung für minimalinvasive Eingriffe, etwa um gezielt Gewebeproben zu entnehmen.
Röntgen und CT arbeiten mit ionisierender Strahlung, Ultraschall und MRT nicht. Untersuchungen mit Röntgenstrahlung würden nur gemacht, wenn sie medizinisch notwendig sind und der erwartete Nutzen das Risiko überwiegt, betont Ferro. Moderne Technik und angepasste Untersuchungsprotokolle ermöglichten Bilder in hoher Qualität mit möglichst geringer Strahlendosis. Eine Mammographie sei mit einer vergleichsweise geringen Strahlenbelastung verbunden. Beim Screening müsse dieses Risiko dem großen Nutzen der möglichen Früherkennung von Brustkrebs gegenübergestellt werden.
Teamarbeit rund um die Uhr
Hinter der Versorgung steht laut Sanitätsbetrieb ein ganzes Team aus Ärzten, Radiologietechnologen sowie Krankenpflegepersonal. In allen sieben Krankenhäusern des Sanitätsbetriebs steht spezialisiertes Personal bereit, um auch nachts, an Wochenenden und in Notfällen rasch zu untersuchen.
Im Gesundheitsbezirk Bozen werden jährlich rund 115.000 Röntgenaufnahmen, knapp 33.500 CT und mehr als 12.500 MRT Untersuchungen durchgeführt und befundet. Dazu kommen rund 11.500 Ultraschalluntersuchungen, rund 15.500 Mammographien und Brustultraschalluntersuchungen, mehr als 8.500 Mammographie Screenings und über 1.100 interventionelle Eingriffe. Insgesamt sind es knapp 198.000 diagnostische Leistungen im Jahr. Fast 70.000 davon betreffen Patientinnen und Patienten der Notaufnahme, knapp 39.000 stationär aufgenommene Personen.
Für Ferro ist der Welttag auch ein Anlass, die Menschen hinter den Bildern zu würdigen. Sie nennt die Radiologie ein spannendes Fach, weil es sich ständig weiterentwickelt. Besonders erfüllend sei die Ausbildung junger Ärzte.
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