von lif 06.11.2026 08:59 Uhr

Wo Südtirol bald Nachwuchs braucht und wo die KI helfen könnte

In welchen Berufen werden in Südtirol bald viele Arbeitskräfte fehlen und wo könnte Technik helfen? Das zeigt eine neue Analyse des Arbeitsmarktservice, die 79 Berufsgruppen zu 13 Clustern zusammenfasst.

Foto: APA

Wie aus den Arbeitsmarkt News des Landes hervorgeht, wurden die Berufe nach ihren Tätigkeiten gruppiert und nach Ausländeranteil, Altersstruktur, Art der Verträge und möglicher Ersetzbarkeit durch Künstliche Intelligenz (KI) und Automatisierung verglichen. Datenstand ist 2025.

Den höchsten Anteil an Beschäftigten ab 55 Jahren hat das Cluster der persönlichen, Gebäude und Sicherheitsdienste, nämlich 31,9 Prozent. Dazu gehören Reinigung und Sicherheitsdienste. Der Ausländeranteil ist dort hoch, ebenso der Anteil befristeter Verträge. Bei Führungskräften ist mehr als ein Viertel 55 Jahre oder älter. Auch in der Gruppe Lager, Logistik und Transport ist der Anteil Älterer überdurchschnittlich hoch, ebenso im Gesundheitsbereich und in der Bildung.

Junge Berufe: Bau, Industrie, Gastgewerbe

Wenig Ersatzbedarf durch Pensionierungen gibt es im Bau, in der Verarbeitung und Fertigung und im Gastgewerbe. Im Bau und in der Industrie gibt es viele Lehrlinge, in der Industrie sind rund 83 Prozent der Verträge unbefristet. Im Gastgewerbe ist der Ausländeranteil sehr hoch, die Saisonabhängigkeit auch.

Vertragsarten

Im Bildungswesen sind mehr als ein Viertel der Verträge befristet, das stellt laut Analyse Anforderungen an die Personalplanung. Im Handel sind etwa 80 Prozent der Verträge unbefristet. Im Cluster Kultur, Medien, Gestaltung und Sport ist die Vertragsflexibilität am höchsten.

Was die KI ersetzen könnte

Standardisierte Verwaltungs, Dokumentations und Produktionsarbeiten haben ein hohes Potenzial für Ersatz durch Technik. Persönliche Beratung, Pflege, Betreuung, Küche, Service und körperliche Arbeit am Bau sind dagegen kaum oder nur teilweise ersetzbar. Die Analyse hält fest, dass ein hoher Ersatzbedarf durch Pensionierungen nicht zwangsläufig mit hohem technologischem Ersatzpotenzial einhergeht.

Rund 15.500 Beschäftigungsverhältnisse (6,6 Prozent) konnten keinem Cluster eindeutig zugeordnet werden.

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