von wk 04.11.2026 08:52 Uhr

Calderoli in Bozen–Leifers? Steger lobt einen Kandidaten, der noch keiner ist

Der neue Senatswahlkreis soll eine italienische Vertretung in Rom erleichtern. Nun wird über Lega-Minister Roberto Calderoli spekuliert. Bestätigt ist seine Kandidatur nicht – die Frage nach einer politischen Vertretung aus dem Land aber schon.

Lega-Senator Roberto Calderoli. Foto: Facebook

Dieter Steger kann sich Roberto Calderoli als Senator für Bozen–Leifers vorstellen. „Für die Autonomie wäre ein Calderoli als Senator ein Garant“, sagte der SVP-Obmann. Gleichzeitig bremste er die Spekulation: „Ich will jetzt gar nicht daran denken.“ Es sei niemand an ihn herangetreten, und er sei skeptisch, ob es tatsächlich so komme.

Ein neuer Wahlkreis – und eine offene Kandidatenfrage

Bozen und Leifers bilden künftig gemeinsam einen der drei Südtiroler Senatswahlkreise. Die übrigen Gemeinden des Unterlands wurden dem Wahlkreis Meran zugeordnet. Alessandro Urzì von Fratelli d’Italia hatte den Umbau vorangetrieben. Sein erklärtes Ziel: Einer von fünf Südtiroler Parlamentssitzen sollte für die italienische Sprachgruppe tatsächlich umkämpfbar sein. Eine rechtliche Garantie für einen bestimmten Kandidaten oder eine Partei ist der neue Wahlkreis allerdings nicht.

Die SVP hatte zunächst versucht, die Verkleinerung des Wahlkreises Bozen-Unterland zu verhindern. Am Ende stimmte sie der Wahlrechtsreform zu, nachdem das Unterland als Gebietseinheit erhalten blieb. In seiner Rede im Parlament sagte Steger: „Ja, es ist ein Kompromiss. Aber es ist ein Kompromiss, der das schützt, was für uns wesentlich ist: die territoriale Einheit des Unterlands.“ Die Reform ist inzwischen in Kraft.

Calderoli als „Garant“ – aber noch ohne Zusage

Über mögliche Pläne der Lega, Calderoli im Wahlkreis Bozen–Leifers aufzustellen, berichtete die Tageszeitung. Der Minister selbst hat seine Kandidatur demnach nicht bestätigt. Steger lobte Calderolis Einsatz für die Autonomie und die deutsche und ladinische Minderheit. Die Frage bleibt aber, ob die Lega tatsächlich einen nationalen Spitzenpolitiker ins Rennen schicken will – und ob ein solcher Kandidat die politische Verwurzelung im Wahlkreis ersetzen kann.

Urzì hat eine eigene Kandidatur ausgeschlossen. Damit wird die Spekulation über Calderoli zum ersten politischen Test für den neu zugeschnittenen Wahlkreis: Geht es um eine stärkere Vertretung der italienischen Sprachgruppe durch eine Persönlichkeit aus dem Land – oder vor allem darum, welcher Partei die neue Sitzgeographie nützt?

Jetzt
,
oder
oder mit versenden.

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite