US-Wahl: Trump droht der Verlust beider Kongresskammern

Die Zwischenwahlen vom 3. November könnten die Machtverhältnisse in Washington deutlich verändern. Präsident Donald Trump muss damit rechnen, seine bisherige Unterstützung durch republikanische Mehrheiten in beiden Kongresskammern zu verlieren. Die Auszählung lief am frühen Mittwochmorgen europäischer Zeit weiter.
Demokraten vor Rückkehr zur Mehrheit
Wie der US-Sender ABC News berichtet, werden die Demokraten genügend Mandate gewinnen, um das Repräsentantenhaus zu übernehmen. Für die Mehrheit sind mindestens 218 der insgesamt 435 Sitze notwendig. Die Prognose bedeutet allerdings noch keine abgeschlossene Auszählung: Wie groß der Vorsprung am Ende ausfällt, bleibt vorerst unklar.
Mit einer Mehrheit in dieser Kammer könnten die Demokraten Gesetzesvorhaben der Regierung bremsen und Untersuchungen gegen die Trump-Regierung vorantreiben.
Republikaner verlieren wichtige Senatssitze
Besonders schmerzhaft sind für Trumps Partei mehrere Niederlagen im Senat. In Texas setzte sich der Demokrat James Talarico gegen den von Trump unterstützten Ken Paxton durch. In South Carolina gewann Annie Andrews gegen die Republikanerin Darline Graham.
Auch in Ohio und North Carolina wechselten bisher republikanische Sitze zu den Demokraten: Sherrod Brown besiegte Jon Husted, Roy Cooper gewann gegen Michael Whatley. Gleichzeitig verteidigten die Demokraten ihre Sitze in Georgia und New Hampshire.
Zuletzt kam Kansas hinzu: Dort wird der demokratische Pastor Adam Hamilton als Sieger gegen den republikanischen Senator Roger Marshall prognostiziert. Es wäre erstmals seit 1932 wieder ein demokratischer Erfolg bei einer Senatswahl in diesem Bundesstaat. Trotz dieser Gewinne war die Entscheidung über die gesamte Senatsmehrheit zum Redaktionsstand noch nicht gefallen.
Auch Texas’ Gouverneur räumt Niederlage ein
Eine weitere Niederlage erlitten die Republikaner bei der Gouverneurswahl in Texas. Amtsinhaber Greg Abbott gestand seine Niederlage gegen die demokratische Herausforderin Gina Hinojosa ein. Damit verlieren die Republikaner in dem traditionell konservativen Bundesstaat nach den vorliegenden Meldungen sowohl das Gouverneursrennen als auch die Senatswahl.
Hohe Lebenshaltungskosten prägen die Wahl
Wahlbefragungen zeigen eine erhebliche Unzufriedenheit mit der Entwicklung des Landes. Nach einer von Reuters angeführten Befragung bezeichneten sich rund drei Viertel der Wähler als verärgert oder unzufrieden. Etwa 70 Prozent wünschten sich eine stärkere Kontrolle des Präsidenten durch den Kongress. Zu den prägenden Themen gehörten die hohen Lebenshaltungskosten und der Krieg gegen den Iran.
Trump bleibt Präsident – sein Spielraum könnte schrumpfen
Trumps Präsidentschaft stand bei diesen Wahlen nicht zur Abstimmung. Die Ergebnisse entscheiden jedoch darüber, wie viel parlamentarische Unterstützung ihm für die zweite Hälfte seiner Amtszeit bleibt.
Bei einer demokratischen Mehrheit im Repräsentantenhaus müsste die Regierung für neue Gesetze stärker mit der Opposition verhandeln. Ein zusätzlicher Mehrheitswechsel im Senat würde den Einfluss der Demokraten weiter vergrößern.
Stand: 4. November 2026, früher Morgen (MEZ). Die Auszählung dauert an.






