Meraner Mineralwasser: JWA fragt nach Keimen, Radon und möglicher Amtshaftung

Der Streit um das „Meraner Mineralwasser“ geht weiter. Am 3. November hat Landtagsabgeordneter Jürgen Wirth Anderlan eine neue schriftliche Anfrage an die Landesregierung gerichtet. Darin verlangt er Antworten zu mikrobiologischen Analysen, möglichen Radonwerten und zur behördlichen Kontrolle.
Bereits in seinem Bericht vom 31. Oktober hatte UT24 über die Antwort von Landesrat Peter Brunner berichtet: Von 133 zwischen 2015 und September 2026 untersuchten Proben waren 119 mikrobiologisch unauffällig. Die Ergebnisse der übrigen 14 Proben wurden in der Antwort nicht genannt. Daraus lässt sich nicht schließen, dass diese Proben verunreinigt waren.
Fragen zu Leitung und Proben
In seiner neuen Anfrage stellt Wirth Anderlan die Frage, ob die Proben direkt an den Quellen Nummer 20 und 31 entnommen werden und ob sich das Wasser anschließend in einer gemeinsamen Leitung sammelt. Er verweist auf eine frühere Auskunft, wonach sich das Wasser in der rund 15 Kilometer langen Transportleitung im Sommer auf mehr als 24 Grad erwärmen könne.
Der Abgeordnete befürchtet, dass mögliche Verunreinigungen einzelner Quellschüttungen dadurch weitere Bereiche des Wassers betreffen könnten. Die Anfrage führt jedoch keinen Nachweis an, dass es zu einer solchen Verunreinigung oder zu einer Gesundheitsgefährdung gekommen ist. Wirth Anderlan fordert deshalb die Offenlegung der Probenahmeprotokolle und der konkreten Untersuchungsergebnisse.
Radonwerte am Vigiljoch im Fokus
Ein weiterer Schwerpunkt sind mögliche Radonwerte. Wirth Anderlan verweist auf Messwerte aus einer früheren Anfrage zum Vigiljoch-Massiv und will wissen, ob auch das Rohwasser an den für das Mineralwasser genutzten Quellen auf Radon untersucht wurde.
Die in der Anfrage genannten Werte beziehen sich auf Messungen am Massiv. Sie belegen für sich genommen keine entsprechende Belastung des abgefüllten „Meraner Mineralwassers“. Der Abgeordnete fragt die Landesregierung, welche Messdaten zu den Quellen 20 und 31 und zum fertigen Produkt vorliegen und welche Kontrollstellen dafür zuständig sind.
Standortkorrektur und mögliche Haftung
Wirth Anderlan verlangt außerdem eine Erklärung zur geografischen Zuordnung der Quellen. Laut der früheren Antwort liegen die genutzten Fassungen im Gampental auf dem Gemeindegebiet von Lana, während das staatliche Anerkennungsdekret das Gebiet der Konzession „Merano“ nennt. Der Abgeordnete fragt, ob eine formelle Richtigstellung beim Gesundheitsministerium notwendig sei.
Die Anfrage thematisiert zudem mögliche Amtspflichtverletzungen und eine persönliche Haftung von Beamten. Auch dabei handelt es sich um Fragen und Vorwürfe des Antragstellers; ein Fehlverhalten oder eine Haftung sind damit nicht festgestellt.
Die neue Anfrage ist auf der Website des Südtiroler Landtags abrufbar. Die Landesregierung soll nun zu den aufgeworfenen Punkten Stellung nehmen.
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