von wk 31.10.2026 10:22 Uhr

WhatsApp-Konto gekapert: Sextnerin überweist 760 Euro an Betrüger

Ein 26-Jähriger aus der Emilia-Romagna steht im Verdacht, sich als Bekannte der Frau ausgegeben und ihr Geld abgenommen zu haben. Die Ordnungshüter ermitteln wegen Computerbetrugs, unbefugten Zugriffs und Identitätsmissbrauchs.

APA/THEMENBILD

Eine Frau aus Sexten erhielt über WhatsApp eine dringende Geldforderung. Die Nachricht schien von einer Bekannten aus Rom zu stammen, die plötzlich in finanzielle Schwierigkeiten geraten sei. Im Vertrauen auf die Absenderin überwies die Sextnerin 760 Euro auf die angegebene IBAN.

Erst später stellte sich heraus: Die tatsächliche Inhaberin des WhatsApp-Kontos hatte die Nachricht nicht verschickt. Die Ordnungshüter von Sexten haben nun einen 26-Jährigen, bereits polizeibekannten Mann, aus der Emilia-Romagna bei der zuständigen Justizbehörde angezeigt.

Betroffene hatte keinen Zugriff mehr auf ihr Konto

Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch die Anzeige der Sextnerin. Bei den Nachforschungen stießen die Ordnungshüter auf einen zeitgleichen Fall in Rom: Die tatsächliche Inhaberin des betroffenen WhatsApp-Kontos hatte bei der dortigen Station „Tomba di Nerone“ Anzeige erstattet. Sie hatte zunächst keinen Zugriff mehr auf ihr Konto und wusste nichts von den Geldforderungen, die in ihrem Namen verschickt wurden.

Kurz darauf bemerkte sie, dass der Täter Nachrichten an sämtliche Kontakte in ihrem Adressbuch versandte. Er wollte auf diesem Weg Geld und vertrauliche Daten erlangen.

Durch die Nachverfolgung der Geldflüsse und die Auswertung digitaler Spuren konnten die Ermittler den mutmaßlichen Empfänger des überwiesenen Betrags ausfindig machen. Ihm werden Computerbetrug nach Artikel 640-ter, unbefugter Zugang zu einem Computersystem nach Artikel 615-ter und Identitätsmissbrauch nach Artikel 494 des italienischen Strafgesetzbuches vorgeworfen.

Täter nutzen das Vertrauen in bekannte Absender

Die Übernahme fremder Konten – im Fachjargon „Account Takeover“ genannt – zählt zu den Formen der Cyberkriminalität. Häufig versuchen Täter, über betrügerische SMS oder erfragte sechsstellige Bestätigungscodes ein Konto auf ein fremdes Gerät zu übertragen.

Ist der Zugriff gelungen, schreiben sie die Kontakte des Opfers an und geben sich als Kontoinhaber aus. Das Vertrauen in den vermeintlichen Absender und der Eindruck besonderer Dringlichkeit sollen Angehörige, Freunde oder Arbeitskollegen zu schnellen Überweisungen bewegen.

So kann man sich schützen

Die Ordnungshüter raten, Bestätigungscodes niemals weiterzugeben. Weder Telefonanbieter noch Banken oder Messaging-Dienste fordern solche Codes per Chat oder SMS an. Zusätzlich sollte in den Sicherheitseinstellungen der App die Zwei-Schritt-Verifizierung mit einem persönlichen PIN aktiviert werden.

Bei einer ungewöhnlichen oder dringenden Geldforderung sollte man den vermeintlichen Absender über einen normalen Telefonanruf kontaktieren und die Bitte überprüfen. Wer Opfer eines Betrugs wird, sollte umgehend die Ordnungshüter und die eigene Bank verständigen. Eine rasche Meldung kann helfen, eine Überweisung noch zu stoppen und weitere Kontakte zu warnen.

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