von lif 26.10.2026 10:56 Uhr

Handelsverband will eigene Öffnungszeitenregelung für Südtirol

Längere Öffnungszeiten bringen nicht automatisch mehr Umsatz, sagt der Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol (hds). Er beruft sich dabei auf eine neue Studie der Johannes-Kepler-Universität Linz und fordert eine eigene Südtiroler Regelung für die Geschäftsöffnungszeiten.

Symbolbild (APA)

Laut der Studie des Instituts für Handel, Absatz und Marketing lehnen 62 Prozent der Befragten eine weitere Liberalisierung der Sonntagsöffnung ab. Das Südtiroler AFI-Barometer vom vergangenen Juli hatte bereits gezeigt, dass 61 Prozent der befragten Arbeitnehmer gegen Sonntagsöffnungen sind. Unter der Woche wünschen sich nur 16 Prozent längere Öffnungszeiten im Nicht-Lebensmittelhandel, am Samstag sind es 21 Prozent.

Zusätzliche Öffnungstage schaffen laut den Forschern nicht zwangsläufig mehr Konsum. Umsätze könnten sich lediglich auf andere Tage oder größere Standorte verlagern, möglicherweise zulasten kleinerer Geschäfte und Ortszentren. hds-Präsident Philipp Moser sagt dazu: „Wenn Geschäfte immer länger offenhalten müssen, steigen Personal- und Betriebskosten, ohne dass deshalb mehr Geld ausgegeben wird.“

Der hds spricht sich weiterhin für eine klare gesetzliche Regelung aus, die auch die Bedürfnisse touristischer Gebiete berücksichtigt. Sonn- und Feiertage seien nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine gesellschaftliche Frage. Unternehmerfamilien und Mitarbeiter bräuchten verlässliche Ruhezeiten und gemeinsame freie Tage.

Für eine eigene Südtiroler Lösung müsse nun die entsprechende Durchführungsbestimmung zum Autonomiestatut auf staatlicher Ebene konsequent vorangetrieben werden. „Südtirol braucht nicht mehr Verkaufsstunden, sondern mehr Handelsqualität“, so Moser.

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