von wk 24.10.2026 18:15 Uhr

Landesversammlung: Süd-Tiroler Freiheit zählt 7.200 Mitglieder

Bei ihrer 19. Landesversammlung stellte die Bewegung das Selbstbestimmungsrecht und die Autonomiereform in den Mittelpunkt. Eine einstimmig verabschiedete Resolution fordert unter anderem, den Senatswahlkreis Bozen-Unterland wiederherzustellen und die Minderheitenrechte zu schützen.

Unter dem Motto „Holen wir uns unsere Heimat zurück!“ hat die Süd-Tiroler Freiheit ihre Landesversammlung abgehalten. Zu den Höhepunkten zählten die Rede des FPÖ-Nationalratsabgeordneten Christofer Ranzmaier und eine Resolution zur Zukunft Süd-Tirols.

700 Mitglieder in einem Jahr dazugewonnen

Stefan Zelger, Büroleiter und Mitglied der Landesleitung, berichtete von einem Zuwachs um mehr als 700 Mitglieder innerhalb der vergangenen zwölf Monate. Die Bewegung zählt nach eigenen Angaben nun 7.200 Mitglieder.

Zelger führte den Zuwachs auf die Arbeit im Landtag, die Präsenz in sozialen Medien und den direkten Kontakt mit der Bevölkerung zurück. Auch Gemeinderäte, Ortsgruppen und Veranstaltungen der Freiheits-Akademie trügen dazu bei.

Die Landtagsabgeordneten Gudrun Kofler, Myriam Atz, Hannes Rabensteiner und Bernhard Zimmerhofer blickten auf ihre Arbeit zurück. Dabei ging es unter anderem um Energie, Mobilität, Sicherheit und die deutsche Muttersprache.

In der laufenden Legislaturperiode habe die Bewegung mehr als 1.000 Anfragen eingebracht. Zu ihren Forderungen zählten die Rücknahme der Kürzung des Pendlergeldes, eine stärkere Zweisprachigkeit im öffentlichen Dienst, die Wiedereinführung des Josefitags als Feiertag und Verbesserungen bei der Sicherheit in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Neuer „Klub 65+"

Mit dem neu gegründeten „Klub 65+“ will die Bewegung nach eigenen Angaben den Anliegen älterer Menschen mehr Gewicht geben. Sprecher Herbert Campidell verwies auf steigende Lebenshaltungskosten, niedrige Renten, Einsamkeit sowie Hürden im Umgang mit digitalen Angeboten und der Bürokratie. „Dagegen wollen wir angehen“, sagte Campidell.

  • Foto: Süd-Tiroler Freiheit

Ranzmaier fordert stärkere Schutzmachtfunktion

Der FPÖ-Nationalratsabgeordnete und Süd-Tirol-Sprecher Christofer Ranzmaier kritisierte die österreichische Bundesregierung. Sie werde ihrer Schutzmachtfunktion nicht gerecht und nehme Eingriffe in Süd-Tirols Rechte hin, sagte er. Als Beispiele nannte er die Autonomiereform und die Zerschneidung des Senatswahlkreises Bozen-Unterland.

Auch die Nicht-Einsetzung des Süd-Tirol-Unterausschusses im Nationalrat kritisierte Ranzmaier. „Das ist ein Armutszeugnis!“, sagte er. Für eine FPÖ-Regierung würden Themen wie die doppelte Staatsbürgerschaft und die Schutzmachtfunktion wieder ganz oben auf der Agenda stehen.

„Unsere Rechte sind nicht beliebig. Unsere Heimat ist nicht verhandelbar. Süd-Tirols Zukunft gehört in Süd-Tirols Hände“

Sven Knoll

Resolution für Selbstbestimmung und Minderheitenrechte

Die Landesversammlung verabschiedete einstimmig eine Resolution. Sie fordert, die Zerschneidung des Senatswahlkreises rückgängig zu machen, den ethnischen Proporz und das Recht auf Gebrauch der deutschen Muttersprache uneingeschränkt zu schützen und die Autonomie gegen staatliche Eingriffe abzusichern.

Landtagsabgeordneter Sven Knoll warf der Landesregierung vor, mit der Autonomiereform zentrale Schutzbestimmungen zu schwächen. Die Bewegung bekräftigte zudem ihren Einsatz für die Einheit Tirols und das Recht auf Selbstbestimmung.

Mit dem Absingen der Landeshymne endete die 19. Landesversammlung.

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