von ih 16.10.2026 17:29 Uhr

Leben retten während der Seilbahnfahrt

Eine Seilbahnfahrt kann mehr vermitteln als schöne Ausblicke: Am Freitag wurde die Rittner Seilbahn zum Klassenzimmer für lebensrettende Erste Hilfe. Ausbilder des Weißen und des Roten Kreuzes zeigten den Fahrgästen während der zwölfminütigen Fahrt, wie sie bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand helfen können. Auch Gesundheitslandesrat Hubert Messner und Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider nahmen an der Aktion zum internationalen „Restart a Heart Day“ teil.

Wiederbelebung unterwegs im Fokus: In der Rittner Seilbahn informieren Rettungskräfte über das richtige Handeln im Notfall. Im Bild (von links nach rechts:) Ausbildungsleiter Lorenz Lintner, Gesundheitslandesrat Hubert Messner, Primar der Notfall-, Anästhesie und Intensivmedizin Marc Kaufmann und Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider. - Foto: LPA/Fabio Brucculeri.

Im Mittelpunkt stand die Botschaft, im Notfall nicht tatenlos zuzusehen, sondern rasch und entschlossen zu handeln. „Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute“, betonte Gesundheitslandesrat Messner.

Wer die richtigen Handgriffe kenne und den Mut habe, sofort zu helfen, könne entscheidend dazu beitragen, Menschenleben zu retten. Deshalb sei es wichtig, Gesundheitswissen verständlich zu vermitteln und möglichst vielen Menschen praktische Übungen zu ermöglichen.

Jeder kann helfen

Die Rettungskette beginnt mit dem Erkennen eines Notfalls und dem sofortigen Absetzen des Notrufs 112. Anschließend sollte unverzüglich mit der Herzdruckmassage begonnen werden. Dabei wird mit übereinandergelegten Händen kräftig und schnell in die Mitte des Brustkorbs gedrückt – etwa 100 bis 120 Mal pro Minute.

Ist ein automatisierter externer Defibrillator (AED) verfügbar, sollte auch dieser eingesetzt werden. Das Gerät gibt Sprachanweisungen und führt die Helfenden Schritt für Schritt durch die Anwendung. Die Wiederbelebungsmaßnahmen werden fortgesetzt, bis der Rettungsdienst eintrifft und die Versorgung übernimmt.

„Jeder kann den entscheidenden ersten Schritt setzen“, unterstrich Manuel Pallua, Landespräsident des Roten Kreuzes Südtirol. Auch Alexander Schmid, Präsident des Weißen Kreuzes, hob die Bedeutung der Wissensvermittlung hervor: Wer weiß, was im Notfall zu tun ist, gewinnt Sicherheit und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Der Primar der Notfall-, Anästhesie- und Intensivmedizin, Marc Kaufmann, betonte ebenfalls, dass eine sofortige Wiederbelebung Leben retten könne.

Lebensrettendes Wissen auch in Bus und Bahn

Die Aktion auf der Rittner Seilbahn soll nicht die einzige Initiative bleiben, um möglichst viele Menschen für Erste Hilfe zu sensibilisieren. Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider kündigte an, in den kommenden Wochen über Bildschirme in Bussen und Bahnen ein Informationsvideo zur Rettungskette im Notfall verbreiten zu lassen. Der öffentliche Verkehr erreiche täglich Tausende Menschen und biete damit eine gute Möglichkeit, lebensrettendes Wissen einfach und verständlich zu vermitteln.

Zusätzliche Informationen und praktische Vorführungen gibt es am Wochenende im Rahmen der jährlichen Aktion „VIVA“. Am Samstag und Sonntag, 17. und 18. Oktober, informieren Freiwillige des Weißen und des Roten Kreuzes auf zahlreichen Plätzen in Südtirol über Wiederbelebung und Erste Hilfe.

An der Bergstation der Rittner Seilbahn hatten die beiden Rettungsorganisationen gemeinsam mit der Notfallmedizin des Südtiroler Sanitätsbetriebs bereits gezeigt, wie wichtig es ist, im entscheidenden Moment nicht wegzuschauen, sondern zu helfen.

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