Leben retten während der Seilbahnfahrt

Im Mittelpunkt stand die Botschaft, im Notfall nicht tatenlos zuzusehen, sondern rasch und entschlossen zu handeln. „Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute“, betonte Gesundheitslandesrat Messner.
Wer die richtigen Handgriffe kenne und den Mut habe, sofort zu helfen, könne entscheidend dazu beitragen, Menschenleben zu retten. Deshalb sei es wichtig, Gesundheitswissen verständlich zu vermitteln und möglichst vielen Menschen praktische Übungen zu ermöglichen.
Jeder kann helfen
Die Rettungskette beginnt mit dem Erkennen eines Notfalls und dem sofortigen Absetzen des Notrufs 112. Anschließend sollte unverzüglich mit der Herzdruckmassage begonnen werden. Dabei wird mit übereinandergelegten Händen kräftig und schnell in die Mitte des Brustkorbs gedrückt – etwa 100 bis 120 Mal pro Minute.
Ist ein automatisierter externer Defibrillator (AED) verfügbar, sollte auch dieser eingesetzt werden. Das Gerät gibt Sprachanweisungen und führt die Helfenden Schritt für Schritt durch die Anwendung. Die Wiederbelebungsmaßnahmen werden fortgesetzt, bis der Rettungsdienst eintrifft und die Versorgung übernimmt.
„Jeder kann den entscheidenden ersten Schritt setzen“, unterstrich Manuel Pallua, Landespräsident des Roten Kreuzes Südtirol. Auch Alexander Schmid, Präsident des Weißen Kreuzes, hob die Bedeutung der Wissensvermittlung hervor: Wer weiß, was im Notfall zu tun ist, gewinnt Sicherheit und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Der Primar der Notfall-, Anästhesie- und Intensivmedizin, Marc Kaufmann, betonte ebenfalls, dass eine sofortige Wiederbelebung Leben retten könne.
Lebensrettendes Wissen auch in Bus und Bahn
Die Aktion auf der Rittner Seilbahn soll nicht die einzige Initiative bleiben, um möglichst viele Menschen für Erste Hilfe zu sensibilisieren. Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider kündigte an, in den kommenden Wochen über Bildschirme in Bussen und Bahnen ein Informationsvideo zur Rettungskette im Notfall verbreiten zu lassen. Der öffentliche Verkehr erreiche täglich Tausende Menschen und biete damit eine gute Möglichkeit, lebensrettendes Wissen einfach und verständlich zu vermitteln.
Zusätzliche Informationen und praktische Vorführungen gibt es am Wochenende im Rahmen der jährlichen Aktion „VIVA“. Am Samstag und Sonntag, 17. und 18. Oktober, informieren Freiwillige des Weißen und des Roten Kreuzes auf zahlreichen Plätzen in Südtirol über Wiederbelebung und Erste Hilfe.
An der Bergstation der Rittner Seilbahn hatten die beiden Rettungsorganisationen gemeinsam mit der Notfallmedizin des Südtiroler Sanitätsbetriebs bereits gezeigt, wie wichtig es ist, im entscheidenden Moment nicht wegzuschauen, sondern zu helfen.






