Eigene Strompreiszone für Südtirol: Wird Strom für die Bürger billiger?

Kann Südtirol mit einer eigenen Strompreiszone die Stromkosten senken? Mit dieser Frage befasste sich der Landtag am Donnerstag, 15. Oktober, bei der Fortsetzung der Debatte über den Beschlussantrag Nr. 464/26. Eingebracht hatte ihn Andreas Leiter Reber von der Freien Fraktion.
Der Antrag zielt darauf ab, Südtirol zu einer eigenen Strompreiszone zu machen. Das Land könnte damit seine besonderen Voraussetzungen und den hohen Anteil erneuerbarer Energien stärker berücksichtigen. Derzeit gehört Südtirol zur Preiszone Nord. Eine eigene Zone könnte den Strompreis stärker an die örtlichen Bedingungen anpassen – ob dadurch tatsächlich niedrigere Kosten für die Stromkunden entstünden, ist allerdings offen.
Landesregierung lässt Möglichkeiten prüfen
Landesrat Peter Brunner erklärte, der Strommarkt verändere sich durch den Ausbau erneuerbarer Energien sowohl bei der Erzeugung als auch beim Verbrauch. Der Staat erwäge zudem, den einheitlichen nationalen Strompreis, den sogenannten PUN, schrittweise abzuschaffen. Vorgesehen sei ein Abfederungsmechanismus.
In Italien gebe es derzeit sieben Strompreiszonen. Die Preise würden von Angebot und Nachfrage bestimmt. Mehr verfügbare erneuerbare Energie könne die Preise senken. Entscheidend seien aber auch die Kapazitäten der Leitungen zwischen den Zonen. Nach Einschätzung von Fachleuten aus Brunners Ressort wären ohne wesentliche Netzengpässe durch eine Neueinteilung keine größeren Preisänderungen zu erwarten.
Die Landesregierung stehe bereits mit der staatlichen Regulierungsbehörde ARERA in Kontakt. Außerdem sei ein Auftrag an technische Fachleute formuliert worden, um die Forderung nach einer eigenen Tarifzone zu prüfen. Dabei soll auch geklärt werden, ob Südtirol allein oder gemeinsam mit dem Trentino eine eigene Zone bilden könnte.
Brunner bat darum, den Antrag in dieser Phase auszusetzen, um „kein falsches Signal nach außen zu geben“. Zunächst müsse feststehen, ob eine neue Zone tatsächlich Vorteile bringt.
Reber wartet auf die Ergebnisse
Leiter Reber begrüßte, dass eine technische Prüfung in Auftrag gegeben wurde. Er verwies auch auf die derzeitigen Ausschüttungen bei Alperia: Rund 40 Millionen Euro würden als Dividenden ausgezahlt. Diese Summe könnten sich die Bürger nach seiner Einschätzung über ihre Stromrechnungen ersparen.
Der Abgeordnete erklärte, eine Abstimmung zum jetzigen Zeitpunkt ändere nichts an der laufenden Prüfung und solle die Verhandlungsposition des Landes nicht schwächen. Deshalb setzte er den Antrag aus. Der Auftrag an die Landesregierung bleibe aus seiner Sicht dennoch klar.
Eine eigene Strompreiszone ist damit noch nicht beschlossen. Ob sie Südtirol Vorteile bringen könnte, soll die technische Expertise zeigen.






