von wk 12.10.2026 12:34 Uhr

Falscher Finanzpolizist betrügt 77-Jährige in Branzoll

Ein 22-Jähriger aus der Provinz Neapel wurde in Rom angehalten. Bei ihm fanden die Beamten 450 Euro und Schmuck im Wert von rund 3.000 Euro.

Symbolbild UT24 / KI-generiert

Ein angeblicher Oberst der Finanzpolizei setzte eine 77-Jährige aus Branzoll unter Druck: Das Auto ihres Mannes sei bei einem Raubüberfall in Trient verwendet worden, behauptete er. Zur Überprüfung müsse sie Schmuck aus ihrem Haus einem Kollegen übergeben. Wenig später erschien der Anrufer selbst bei der Frau und nahm Geld und Schmuck mit.

Die Tat ereignete sich am späten Vormittag des 7. Oktober. Nur wenige Stunden später wurde der mutmaßliche Täter in Rom angehalten. Die Ordnungskräfte verfolgten seine Fahrt von Branzoll über Bozen bis in die Hauptstadt und arbeiteten dabei mit der Bahnpolizei zusammen.

Beute im Zug nach Rom sichergestellt

Der 22-Jährige aus der Provinz Neapel wurde am Bahnhof Roma Termini in einem Hochgeschwindigkeitszug aus Bozen entdeckt. Die Bahnpolizei hatte zuvor Bilder und Informationen von den Ordnungskräften erhalten. Obwohl der Mann während der Fahrt die Kleidung gewechselt hatte, erkannten ihn die Beamten.

Bei der Kontrolle fanden sie 450 Euro Bargeld und Schmuck im geschätzten Wert von rund 3.000 Euro. Die gesamte Beute wurde beschlagnahmt und soll der Frau zurückgegeben werden. Der 22-Jährige wurde wegen schweren Betrugs unter Ausnutzung der eingeschränkten Verteidigungsmöglichkeiten des Opfers auf freiem Fuß angezeigt.

Ermittler verfolgten seine Route

Nach der Anzeige werteten die Ordnungskräfte in Branzoll Aufnahmen von Überwachungskameras aus. Dabei stellten sie fest, dass der Verdächtige mit einem Taxi ins Dorf gekommen war. Nach der Tat ging er zu Fuß zum Bahnhof Branzoll und fuhr weiter nach Bozen.

Mit Unterstützung der Einsatzeinheit der Ordnungskräfte in Bozen rekonstruierten die Ermittler die Bewegungen des Mannes. Der Abgleich der Aufnahmen mit den Angaben der 77-Jährigen deutete darauf hin, dass er mit dem Zug in Richtung Süditalien unterwegs war. Die Ermittler verständigten daraufhin die Bahnpolizei in Rom und übermittelten Bilder des Gesuchten sowie weitere Ermittlungsergebnisse.

Polizei warnt vor Betrugsmasche

Die Ordnungskräfte und die Staatspolizei warnen vor Anrufen, bei denen sich Betrüger als Angehörige der Ordnungskräfte ausgeben und Geld oder Schmuck verlangen. In solchen Fällen sollen keine Wertgegenstände übergeben und sofort die Notrufnummer 112 gewählt werden.

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