Alpenschwein soll Südtirols Küche bereichern

Was beinahe in Vergessenheit geraten wäre, könnte künftig wieder einen festen Platz in Südtirols Landwirtschaft und Küche bekommen. Das Alpenschwein, eine ursprüngliche und seltene Schweinerasse, stand am 9. Oktober bei einem Treffen von Züchtern und Gastronomen am Greiterhof bei Meran im Mittelpunkt.
Die Rettung der Rasse geht auf das Jahr 2013 zurück. Damals wurde eine letzte Gruppe Alpenschweine entdeckt. Der Verein Pro Patrimonio Montano übernahm die Tiere und begann mit dem Wiederaufbau der Zucht. In Südtirol engagiert sich Dr. Kurt Kußtatscher seit der Wiederentdeckung für den Erhalt der Rasse und ist weiterhin als Gebietskoordinator tätig.
Neben der Bewahrung des genetischen Erbes eröffnet das Alpenschwein auch neue Möglichkeiten für die alpine Landwirtschaft. Mit seinem kräftigen Körperbau, den langen Beinen und seiner Robustheit eignet es sich laut Verein besonders für extensive Haltungssysteme in bergigem Gelände. Damit könnte die Rasse auch für Betriebe interessant sein, die steile Wiesen und traditionelle Weideflächen nutzen.
Auch kulinarisch bietet das Alpenschwein Potenzial. Das langsam gewachsene, gut marmorierte Fleisch eignet sich nicht nur für den Frischfleischverkauf, sondern auch für die Herstellung hochwertiger Spezialitäten. Dazu zählen Speck, Rohschinken, Lardo, Guanciale und traditionelle Wurstwaren.
Für handwerkliche Metzgereien, Direktvermarkter und die Gastronomie könnte die alte Rasse damit eine interessante Ergänzung des regionalen Angebots darstellen. Ziel sei es nicht, bestehende Produkte zu ersetzen, sondern Südtirols kulinarische Vielfalt um eine ursprüngliche Spezialität zu erweitern.
Voraussetzung dafür ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Züchtern, landwirtschaftlichen Betrieben, Verarbeitern und Gastronomen. Nur wenn die gesamte Wertschöpfungskette funktioniert, kann aus der erfolgreichen Rettung der Rasse ein langfristig tragfähiges Projekt werden.
Der Verein Pro Patrimonio Montano möchte deshalb nicht nur den Bestand der Alpenschweine sichern, sondern ihnen wieder einen festen Platz in der alpinen Landwirtschaft und Esskultur verschaffen. Das Treffen am Greiterhof sollte dazu beitragen, neue Kontakte zu knüpfen und das Interesse an der seltenen Rasse zu stärken.






