von ih 09.10.2026 16:20 Uhr

„Roter Hahn“: Mehr als 900 bäuerliche Qualitätsprodukte

Die Direktvermarktung gewinnt in Südtirol weiter an Bedeutung. 88 landwirtschaftliche Betriebe bieten inzwischen mehr als 900 Produkte mit dem Qualitätssiegel „Roter Hahn“ an. Eine neue Broschüre stellt die Erzeugnisse und ihre Produzenten vor.

Foto: Südtiroler Bauernbund

Immer mehr Südtiroler Bauernfamilien setzen auf die Verarbeitung und den direkten Verkauf ihrer Erzeugnisse. Das Qualitätssiegel „Roter Hahn“ umfasst mittlerweile mehr als 900 Lebensmittel aus 20 Kategorien. Die Produkte stammen zu mindestens 75 Prozent direkt vom jeweiligen Hof und werden dort fachgerecht verarbeitet. Neben ihrer lokalen Herkunft soll das Siegel vor allem eine gleichbleibend hohe Qualität gewährleisten.

Mit der Broschüre „Qualitätsprodukte vom Bauern“ stellt der Südtiroler Bauernbund die Vielfalt der Direktvermarktung vor und präsentiert auch drei neue Betriebe, die das Angebot erweitern.

Am Felsenhof in Kurtatsch baut Benedikt Terzer Wein an. Die über 30 Jahre alten Reben profitieren von einer der wärmsten Weinbaulagen Südtirols. Terzer setzt auf eine kleine, sorgfältig ausgewählte Produktion, um besonders hochwertige Weine herzustellen.

Eine andere Spezialität kommt vom Posthof in Freienfeld. Dort betreibt Nadine Benedikter auf 950 Metern Meereshöhe eine biologische Gourmet- und Vitalpilzzucht. Die frischen Speisepilze sollen auch dazu beitragen, besondere Pilzsorten in Südtirol bekannter zu machen.

Der dritte Neuzugang ist das Birkenheim in Eppan. Philipp und Peter Schweigkofler haben den früher vom Weinbau geprägten Betrieb auf den biologischen Anbau von Obst und Gemüse ausgerichtet. Dabei verbinden sie traditionelle Landwirtschaft mit nachhaltigen Anbaumethoden.

Eier und Himbeeraufstrich ausgezeichnet

Die Broschüre stellt neben den neuen Mitgliedern auch bereits etablierte Direktvermarkter vor. Als „Direktvermarkter des Jahres“ wird Joachim Knapp vom Hof Ausluger in St. Lorenzen ausgezeichnet, der Freilandeier anbietet. Zum „Produkt des Jahres 2026“ wurde der Himbeeraufstrich von Robert Gurndin vom Unichhof in Aldein gekürt.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit mit der Gastronomie. Sechs neue Partner beziehungsweise Partnerteams verstärken das Netzwerk der „Roter Hahn“-Botschafter in Südtirols Küche. Dazu gehören Andreas Alber aus Vöran, Gregor Eschgfäller aus Steinegg, Gunter Holzner aus Ulten, Michael Ziernheld aus Mals, Reinhard Daverda aus Deutschnofen sowie Siegi und Matthias Augscheller aus St. Leonhard in Passeier.

Gemeinsam mit den bisherigen Partnerköchen wollen sie zeigen, wie sich die bäuerlichen Erzeugnisse in der Gastronomie einsetzen lassen.

Mehr Wertschöpfung auf den Höfen

Der Südtiroler Bauernbund sieht in der Direktvermarktung eine wichtige Möglichkeit, die Wertschöpfung in der Landwirtschaft zu steigern. Wenn Bauernfamilien ihre Erzeugnisse selbst verarbeiten und verkaufen, können sie den gesamten Produktions- und Vermarktungsprozess stärker kontrollieren.

Unterstützung erhalten interessierte Betriebe durch die Direktvermarkter-Offensive des Bauernbundes. Sie umfasst Ausbildungsangebote und individuelle Beratung durch ein Netzwerk von mehr als 50 Beraterinnen und Beratern. Mittelfristig soll auch die Unterstützung bei Vertrieb und Logistik ausgebaut werden.

Die vorgestellten Produkte sind direkt ab Hof, in den Filialen von Pur Südtirol sowie in Feinkostläden und Lebensmittelgeschäften erhältlich. Ein Teil des Sortiments kann zudem online unter www.roterhahn.it/onlineshop und über die FROX-App bestellt werden.

Die Broschüre „Qualitätsprodukte vom Bauern“ liegt in den Büros des Südtiroler Bauernbundes, in Tourismusvereinen und ausgewählten Einzelhandelsbetrieben auf. Sie kann auch über www.roterhahn.it oder telefonisch unter 0471 999 308 angefordert werden.

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