von wk 04.10.2026 10:13 Uhr

Terroraufruf nach Flydubai-Angriff

Nach dem Angriff auf einen Flydubai-Flug nach Tel Aviv ruft eine Al-Qaida nahestehende Publikation zu weiteren Anschlägen auf Passagiermaschinen auf. Ob der überwältigte Co-Pilot Verbindungen zu einem Terrornetzwerk hatte, ist weiterhin ungeklärt.

Symbolbild: Pixabay

Der Angriff auf den Flydubai-Flug FZ1073 von Dubai nach Tel Aviv zieht weitere Kreise: Wie oe24 berichtet, hat eine Al-Qaida nahestehende Publikation zu neuen Attacken auf Passagierflugzeuge aufgerufen. Als Vorbild nennt sie ausdrücklich die Terroranschläge vom 11. September 2001. Der Aufruf steht dem Bericht zufolge in direktem Zusammenhang mit dem vereitelten Angriff auf die Flydubai-Maschine und sorgt international für Besorgnis.

Angriff mit einer Notfall-Axt

Am Mittwoch hatte der 29-jährige omanische Co-Pilot Hamam al-Hammami den Kapitän im Cockpit mit einer Notfall-Axt angegriffen und versucht, die Kontrolle über das Flugzeug zu übernehmen.

Der verletzte Kapitän konnte die Cockpittür öffnen. Besatzungsmitglieder und Passagiere griffen daraufhin ein und überwältigten den Angreifer. Während des Angriffs geriet die Maschine in einen starken Sinkflug und verlor innerhalb kurzer Zeit mehrere Tausend Meter an Höhe.

Schließlich wurde das Flugzeug nach Tabuk in Saudi-Arabien umgeleitet, wo es sicher landete.

Behörden sprechen von versuchtem Terroranschlag

Die Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate stufen den Vorfall inzwischen offiziell als versuchten Terroranschlag ein. Generalstaatsanwalt Hamad Saif Al Shamsi erklärte, der Co-Pilot habe versucht, die Kontrolle über die Maschine zu erlangen.

Die Ermittler untersuchen sein Motiv und mögliche Verbindungen zu anderen Personen oder Organisationen. Dazu werden sowohl digitale als auch physische Spuren ausgewertet. Auch die israelischen Sicherheitsbehörden befassen sich mit dem Fall.

Frühere Bedenken wegen extremistischer Ansichten

Fragen wirft insbesondere die berufliche Vorgeschichte al-Hammamis auf. Er soll zuvor bei der staatlichen Fluggesellschaft Oman Air beschäftigt gewesen sein. Nach Angaben mehrerer Medien wurde er dort wegen Bedenken hinsichtlich extremistischer Ansichten vom Flugbetrieb abgezogen beziehungsweise nicht mehr als Pilot eingesetzt.

Später wechselte er zu Flydubai. Wie er trotz dieser Vorgeschichte als Co-Pilot eingesetzt werden konnte und Zugang zum Cockpit eines internationalen Passagierflugzeugs erhielt, ist Gegenstand der laufenden Untersuchung.

Beiträge erschienen nach der Festnahme

Auch die Aktivitäten auf seinen Profilen in sozialen Netzwerken werden untersucht. Nach dem Angriff erschienen dort Beiträge, obwohl al-Hammami zu diesem Zeitpunkt bereits festgenommen worden war.

Darunter sollen sich Cockpit-Aufnahmen und Bilder des früheren Al-Qaida-Chefs Aiman al-Sawahiri befunden haben. Zudem tauchte der Name des jordanischen Arztes Humam al-Balawi auf. Dieser hatte 2009 bei einem Selbstmordanschlag auf einem CIA-Stützpunkt in Afghanistan mehrere Menschen getötet und galt als Unterstützer von Al-Qaida.

Wer die Beiträge veröffentlichte, ist unklar. Ebenso offen bleibt, ob sie bereits vor dem Angriff für eine automatische Veröffentlichung vorbereitet worden waren.

Verbindung zu Al-Qaida weiterhin offen

Vor diesem Hintergrund erhält der neue Terroraufruf zusätzliche Brisanz. Al-Qaida beziehungsweise ihr nahestehende Kreise versuchen offenbar, den Vorfall für ihre Propaganda zu nutzen und Nachahmer zu mobilisieren. Die Anschläge vom 11. September 2001 werden dabei ausdrücklich als historisches Beispiel für Angriffe mit Passagierflugzeugen herangezogen.

Eine Steuerung oder Inspiration des Flydubai-Angriffs durch Al-Qaida ist jedoch bislang nicht abschließend geklärt. Die Ermittler prüfen, ob al-Hammami eigenständig handelte oder mit einem Terrornetzwerk verbunden war.

Fest steht, dass sich der Angriff auf einem Flug nach Israel ereignete. Neben einer möglichen persönlichen Radikalisierung untersuchen die Behörden organisatorische Verbindungen und die Frage, ob weitere Personen von seinen Plänen wussten. Zugleich muss geklärt werden, weshalb frühere Bedenken gegen den Co-Piloten seinen späteren Einsatz im Cockpit nicht verhinderten.

 

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