von lif 01.10.2026 12:54 Uhr

Der 1. Oktober im Zeichen der Senioren

Heute wird der Internationale Tag der Senioren begangen. In den Südtiroler Seniorenwohnheimen wird den ganzen Tag über gefeiert, während aus der Politik Forderungen nach mehr Absicherung im Alter kommen.

Bild: Pixabay

In zahlreichen Seniorenwohnheimen im Land läuft heute ein buntes Programm. Bewohner, Angehörige und Interessierte erwarten Feste und Musik, traditionelle Bräuche, Vorträge, gemeinsame Aktivitäten und Ausflüge. Viele Heime binden dabei Vereine, Kindergärten, Ehrenamtliche und die Bevölkerung vor Ort ein.

Einige Beispiele:

Auer: Die Robert Prossliner Stiftung feiert seit 11.30 Uhr mit einem Oktoberfest. Maurizio von der Gruppe Dolomix sorgt für Musik, dazu gibt es Weißwurst mit Brezen und Bier. Auch ein Schätzspiel und eine Fotobox gehören zum Programm.

Lana: Der Lorenzerhof hat sich am Vormittag mit rund 100 Personen auf den Weg nach Unsere Liebe Frau im Walde gemacht. Mit dabei waren Bewohner, Mitarbeiter, Freiwillige und Dekan Peter. Nach der religiösen Feier klingt der Tag im Heim bei Musik, Kaffee und Kuchen aus.

St. Martin in Passeier: Im Seniorenheim St. Benedikt startet um 15 Uhr ein seniorengerechtes „Oldtimer-Rennen“ für alle. Für die Stärkung zwischendurch sorgt eine eigene „Tankstelle“.

Olang: Im Wohn- und Pflegeheim dreht sich am Nachmittag alles ums Getreide. Kindergartenkinder aus Prags kommen mit Getreidekörben, die Volkstanzgruppe Percha tritt auf, und Getreidekünstlerin Hildegard Kronbichler Brunner erzählt von ihrer Arbeit. Für Musik sorgen Rudi & Klaus.

Kaltern: Die Altenheimstiftung Heinrich von Rottenburg widmet den Nachmittag dem alten Handwerk. An mehreren Stationen geht es um Imkerei, die Verarbeitung von Plent, Spinnen, Korbflechten und Nähen. Die Bewohner dürfen auch selbst ausprobieren.

Meran: Im Seniorenwohnheim Bethanien läuft noch bis 17 Uhr ein Flohmarkt mit Live-Musik. Am späten Nachmittag spricht Frank Emmerich über „Die Geheimnisse alt zu werden und doch jung zu bleiben“.

Dazu kommen in vielen weiteren Häusern Kaffee- und Kuchennachmittage, Musik und Tanz, Gottesdienste, Gesundheitsangebote, Bewegungseinheiten und Märkte.

„Der Tag der Senioren ist für uns vor allem ein Tag der Begegnung“, sagt Martina Ladurner, Präsidentin des Verbandes der Seniorenwohnheime Südtirols. Die vielen Ideen der Mitgliedsheime zeigten, wie eng die Häuser mit ihrem Dorf, ihrer Stadt und den Menschen vor Ort verbunden seien. „Wir freuen uns, wenn an diesem Tag viele Menschen zusammenkommen, miteinander feiern und ins Gespräch kommen.“

Deeg: Nicht nur fragen, was ältere Menschen brauchen

Für SVP-Landtagsabgeordnete Waltraud Deeg ist der 1. Oktober vor allem ein Anlass, Danke zu sagen: für Erfahrung, Wissen, Zeit, Engagement und Solidarität. Ältere Menschen hätten das Land geprägt und trügen weiter viel bei, in Familien, Vereinen, im Ehrenamt und in der Nachbarschaft. Mit dem Landesgesetz zum Aktiven Altern von 2022 gebe es eine gute gesetzliche Grundlage. Seniorenbeiräte und Seniorengemeinderäte verschafften älteren Menschen zudem eine stärkere Stimme vor Ort. Der Dreijahresplan zum Aktiven Altern 2026 bis 2028 führt diesen Weg weiter „Für mich bedeutet aktives Altern vor allem eines: Wir dürfen nicht nur fragen, was ältere Menschen brauchen. Wir müssen ihnen auch Raum geben, ihre Erfahrung, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten einzubringen“, so Deeg. Gute Bedingungen für ältere Menschen seien am Ende gute Bedingungen für alle: barrierefreie Räume, gute Mobilität, verständliche digitale Angebote und Orte der Begegnung.

Von Dellemann warnt vor Altersarmut

Die SVP-Generation 60+ nimmt den Tag zum Anlass, um auf konkrete Alltagsprobleme hinzuweisen: Pensionen, steigende Lebenshaltungskosten, leistbares Wohnen und Pflege. „Wir müssen genau hinschauen, wo Menschen im Alter finanziell unter Druck geraten. Es geht nicht um Schlagworte, sondern um konkrete Verbesserungen im Alltag“, sagt Vorsitzender Otto von Dellemann. Die finanzielle Unterstützung für ältere Menschen mit geringem Einkommen, mit der die Rente unter bestimmten Voraussetzungen auf bis zu 1.000 Euro im Monat angehoben werden kann, begrüßt er ausdrücklich. Gleichzeitig sollten die Zugangsvoraussetzungen überprüft werden, damit die Hilfe möglichst viele Betroffene erreicht.

Vorschlag: Aktivrente mit Steuerfreibetrag

Ein weiterer Vorschlag der Generation 60+ ist die Einführung einer Aktivrente. Wer nach dem Pensionsalter freiwillig weiterarbeiten will, soll bessere Rahmenbedingungen bekommen. Denkbar wäre laut von Dellemann, einen Zusatzverdienst bis zu einer bestimmten Höhe steuerfrei zu stellen, etwa bis 2.000 Euro monatlich. Ähnliche Modelle gibt es bereits in anderen europäischen Ländern. „Wer seine Erfahrung und seine Fähigkeiten weiterhin einbringen möchte, sollte dafür gute Rahmenbedingungen vorfinden“, sagt er. Arbeit im Alter bedeute für viele nicht nur Geld, sondern auch Teilhabe und Anerkennung.

Auf der Agenda stehen außerdem altersgerechtes Wohnen, Gesundheitsversorgung, Pflege und die Unterstützung pflegender Angehöriger.

Digi Points sollen die Hürden senken

Ältere Menschen bleiben heute länger aktiv, bilden sich fort und nehmen am gesellschaftlichen Leben teil. Dazu gehört immer mehr auch die digitale Welt, bei der die Hürden aber oft noch hoch erscheinen. Seniorenlandesrätin Rosmarie Pamer verweist deshalb auf die bestehenden Angebote. „Mit den Digi Points gibt es in mehreren Südtiroler Gemeinden konkrete Anlaufstellen, bei denen Tutoren dabei helfen, sich besser in der digitalen Welt zurechtzufinden.“ Derzeit gibt es diese Anlaufstellen in über 20 Gemeinden. Laut Agentur für ein Digitales Südtirol soll bis Ende des Jahres in einem Großteil der Südtiroler Gemeinden ein Digi Point aktiv sein. Der Ausbau erfolgt im Rahmen des Dreijahresplans zum Landesgesetz über das Aktive Altern, in dem die Förderung des Netzwerks digitaler Anlaufstellen wie Digi Point und Diggy-Treffs vorgesehen ist.

Eine wichtige Rolle spielen dabei auch die Seniorenbeiräte und die Seniorengemeinderäte. „Sie wissen bestens, was lokal benötigt wird und wie sich dies am besten umsetzen lässt“, so Pamer.

Bei einem Treffen der Beiratsmitglieder wurde kürzlich ein Ideenheft vorgestellt. Vorgeschlagen wird darin unter anderem eine Digital-Sprechstunde. Sie würde nicht nur Wissen von Jugendlichen an Senioren weitergeben, sondern auch den Austausch zwischen den Generationen fördern. „Die Digitalisierung erscheint auf den ersten Blick zu komplex zu sein. Doch mit etwas Geduld und Hilfe ist sie auch für die ältere Generation eine wichtige Bereicherung des Alltages“, sagt Pamer. Sie lädt alle ein, die bestehenden Angebote ohne Scheu zu nutzen.

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