von lif 30.09.2026 14:50 Uhr

Diese Fallstricke sollte man kennen

Streaming, Software, Versicherungen und sogar Funktionen im Auto gibt es heute im Abonnement. Die Verbraucherzentrale Südtirol hat die größten Anbieter in Italien unter die Lupe genommen und dabei einige Schwachstellen gefunden.

Bild: APA/dpa

Untersucht wurden die Anbieter zwischen April und Juni 2026, im Rahmen des Projekts „Freie Fahrt für Verbraucherrechte“. Der Markt für Abonnements wächst rasant. Weltweit wird die sogenannte Subscription Economy heuer auf rund 540 Milliarden Euro geschätzt, mit einem Wachstum von 13 bis 15 Prozent pro Jahr. Das Prinzip verändert alte Grundsätze: Nicht mehr der Besitz zählt, sondern der Zugang. Wer ein Abo abschließt, kauft das Produkt nicht, sondern zahlt eine regelmäßige Gebühr und darf es nutzen, solange das Abo läuft, so die VZS. 

Vorteile und Fallstricke

Die Vorteile liegen auf der Hand: immer aktuelle Dienste, mehr Flexibilität und meist geringere Anschaffungskosten. Gleichzeitig wird die Sache unübersichtlich. Die Angebote werden immer vielschichtiger, mit verschiedenen Servicestufen, befristeten Sonderaktionen, kostenlosen Probezeiten, Rabatten für bestimmte Nutzergruppen und automatischen Verlängerungen. Welche Lösung wirklich die günstigste ist, lässt sich kaum noch erkennen.

Ein zentraler Kritikpunkt sind die Kündigungsverfahren, die häufig komplizierter als der Abschluss des Vertrags sind. Auch bei der Bearbeitung von Beschwerden gehen die Anbieter unterschiedlich vor. Im Juli hat die Verbraucherzentrale zusätzlich geprüft, ob der seit 19. Juni gesetzlich vorgeschriebene Widerrufsbutton umgesetzt ist. Das Ergebnis ist ernüchternd. Laut der VZS hatten von 90 überprüften Online-Händlern ihn nur 23, also ein Viertel. Bei vier davon musste man sich außerdem erst anmelden, um überhaupt widerrufen zu können.

Vorsicht bei Geräten

Wer ein Abo abschließt, bei dem ein Gerät nötig ist, sollte genau hinsehen. Bei Vertragsabschluss wird das Gerät meist kostenlos nach Hause geliefert. Bei einer Kündigung akzeptieren manche Anbieter die Rückgabe aber nur unter deutlich strengeren Bedingungen. Die Verbraucherzentrale rät deshalb, sich schon bei der Unterschrift über die Pflichten im Kündigungsfall zu informieren.

„Unsere Untersuchung hat weitere kritische Punkte zu Tage gefördert“, fasst VZS-Geschäftsführerin Gunde Bauhofer zusammen. „In seltenen Fällen werden auf Geräten oder Fahrzeugen bereits vorhandene Funktionen gesperrt, wenn man kein Abo dafür abschließt.“ Auch würden die Verträge häufig bei Preisen und Konditionen geändert. „Hier ist der nationale Gesetzgeber gefordert, um die Konsument:innen effektiver zu schützen.“

Zwei Tipps vor dem Abschluss

Erstens: Vor der Unterschrift die gesamten Jahreskosten ausrechnen, nicht nur den Monatspreis anschauen.

Zweitens: Prüfen, was nach dem Vertragsende passiert. Manche Abos haben unangenehme Folgen. Dokumente, die mit einer Abo-Software erstellt wurden, lassen sich danach zum Beispiel nur noch im Lesemodus öffnen.

Weitere Tipps hat die Verbraucherzentrale in einem eigenen Flyer zusammengefasst.

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