von mmh 29.09.2026 18:09 Uhr

Brüssel: Kompatscher fordert mehr Verantwortung für Regionen

Landeshauptmann Arno Kompatscher hat bei der Konferenz „EURegions4Cohesion“ in Brüssel für eine stärkere Rolle der Regionen in der Europäischen Union geworben. Vor allem bei der Gestaltung und Umsetzung europäischer Programme müssten die Regionen ihre Erfahrungen und Kenntnisse stärker einbringen können.

Wer in einem Gebiet lebt, kennt seine Herausforderungen und seine Potenziale am besten", unterstrich der Landeshauptmann Arno Kompatscher bei einem Treffen von EURegions4Cohesion, der europäischen Allianz von fast 150 Regionen aus 20 Mitgliedstaaten. (Foto: LPA/Mirco Paradiso)

Bei der Konferenz am Dienstag, 29. September, betonte Kompatscher, Regionen seien nicht lediglich für die Umsetzung europäischer Politik zuständig. Sie müssten vielmehr aktiv an der zukünftigen Entwicklung Europas beteiligt sein.

Als zentrale Herausforderungen nannte der Landeshauptmann unter anderem geopolitische Spannungen, den Klimawandel, den demografischen Wandel und den technologischen Umbruch. Diese Entwicklungen würden vor allem dort konkret spürbar, wo Menschen leben und arbeiten – in den Regionen, Gemeinden und insbesondere in Grenzgebieten.

Mit Blick auf die laufenden Verhandlungen über den EU-Haushalt für die Jahre 2028 bis 2034 sprach sich Kompatscher für eine stärkere territoriale Ausrichtung der europäischen Politik aus. Europäische Ziele müssten stärker mit den Gegebenheiten vor Ort verbunden werden.

Beispiel Interreg

Als Beispiel verwies Kompatscher auf den Ansatz der „Community-Led Local Development“ (CLLD) im Interreg-Programm Italien–Österreich. Dabei übernehmen lokale Akteure Verantwortung für die Entwicklung ihres jeweiligen Gebietes.

Nach Ansicht des Landeshauptmanns kennen die Menschen vor Ort die Herausforderungen und Möglichkeiten ihrer Region am besten. Gerade Grenzregionen könnten dabei eine besondere Funktion übernehmen und als „Laboratorien der europäischen Integration“ dienen.

Zusammenarbeit über Grenzen hinweg

Europa müsse zudem stärker vorausschauend handeln, so Kompatscher. Regionen sollten nicht nur auf Veränderungen reagieren, sondern auch künftige Entwicklungen gemeinsam erkennen und gestalten.

Eine besondere Bedeutung komme dabei der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zu. Kompatscher sprach sich für mehr Zusammenarbeit und Dialog sowie gegen Fragmentierung und Polarisierung aus.

Die Allianz „EURegions4Cohesion“ umfasst 149 europäische Regionen. Sie setzt sich im Hinblick auf den EU-Haushalt 2028 bis 2034 für eine territorial ausgerichtete Kohäsionspolitik und eine stärkere Beteiligung der Regionen an deren Gestaltung und Umsetzung ein.

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