Salzburg: Neue Details zu Belästigungsvorwürfen gegen Lehrer

Der Religionslehrer soll Schulkinder unangemessen berührt haben. Dem Mann wird angelastet, er habe sie am Oberschenkel gestreichelt. Zudem sollen Kinder auf seinem Schoß gesessen sein, während das Klassenzimmer für das Ansehen eines Films abgedunkelt war. Der Lehrer wurde suspendiert und bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Die Ermittlungen wegen sexueller Belästigung sind noch nicht abgeschlossen. „Es sind noch gerichtliche, kontradiktorische Einvernahmen ausständig“, erklärte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Salzburg, Ricarda Eder, am Dienstag auf APA-Anfrage.
Um den Betroffenen eine niederschwellige Anlaufstelle zu ermöglichen, startete am 27. Mai auf Initiative von Landesrätin Daniela Gutschi die unabhängige Ombudsstelle, die von Hans Rathgeb, dem ehemaligen Präsidenten des Landesgerichts Salzburg, geleitet wurde. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe haben Schulpsychologinnen und Schulpsychologen die Kinder betreut und ihnen Hilfe und Unterstützung angeboten, wie Gutschi informierte.
Berichte wurden weitergeleitet
Als ausgewiesener Fachmann der Justiz habe Rathgeb die Schilderungen der Betroffenen aufgenommen und an die zuständigen Stellen weitergeleitet. „Somit hatten die Betroffenen nur einen Ansprechpartner und mussten ihre Erlebnisse nicht mehrfach vortragen. Als unmittelbare Konsequenz des Falls hat die Bildungsdirektion das Kinderschutzkonzept überarbeitet – es ist im Schuljahr 2026/27 umzusetzen“, erklärte die Landesrätin.
„Es ist für das Wohl der Betroffenen sehr wichtig, dass ihren Schilderungen nachgegangen wird. Belästigungen sind immer eine Zäsur im Leben“, sagte Rathgeb. „Im konkreten Fall haben die Betroffenen ein Verhalten geschildert, das über den üblichen Kontakt einer Lehrkraft hinausgeht. Kontaktiert wurde ich von mittlerweile bereits im Berufsleben stehenden Frauen, die in ihrer Volksschulzeit ähnliche Erfahrungen mit diesem Lehrer gemacht haben, wie jetzt in dieser Schule befindliche Kinder, deren Mütter ebenfalls über solche Vorkommnisse berichtet haben.“
Ohne die Stelle des Landes hätten die Betroffenen ihre Schilderungen, die teilweise schon viele Jahre zurückliegen, bei drei unterschiedlichen Stellen darlegen müssen. „Das wären die Staatsanwaltschaft beziehungsweise die Polizei sowie die Disziplinarbehörde und auch die Bildungsdirektion gewesen. Mit der Ombudsstelle konnte das gebündelt werden“, erläuterte Rathgeb. Nach jedem Gespräch mit den Betroffenen habe er eine Niederschrift angefertigt und diese an die zuständigen Stellen weitergeleitet.
Ombudsstelle für konkreten Fall schließt am 30. September
Mit betroffenen Minderjährigen habe er nicht selbst gesprochen, sondern diese Gespräche seien, sofern nötig, von speziell dafür geschulten Fachleuten, in der Regel Psychologinnen und Psychologen, geführt worden. „Die Stelle für den konkreten Fall wird zum 30. September eingestellt“, sagte Rathgeb.
In ähnlichen Angelegenheiten wie beim konkreten Fall an der betroffenen Volksschule Abfalter könne sich jede und jeder vertraulich mit Fragen, Beschwerden oder Meldungen an die zuständige Servicestelle in der Bildungsdirektion wenden, hieß es in der Aussendung.
apa






