Das ist das „Produkt des Jahres“

Das größte Problem für Himbeerbauern ist die Kirschessigfliege, berichtet der Südtiroler Bauernbund. Auch Robert Gurndin vom Unichhof in Aldein kämpft mit dem Schädling. Seine Methode dagegen ist überraschend unspektakulär, aber zeitintensiv. Er wartet nicht, bis viele Himbeeren gleichzeitig reif sind, sondern kontrolliert seine Pflanzen täglich. Jede einzelne Beere wird genau dann gepflückt, wenn sie den richtigen Reifegrad erreicht hat und noch bevor die Fliege sie befällt. Das macht die Ernte deutlich aufwendiger, zahlt sich aber aus. „Wer ein gutes Produkt herstellen will, muss schon bei der Frucht sehr genau sein. Ich wollte das, was auf unserem Hof wächst, direkt hier verarbeiten und die Qualität selbst in der Hand haben“, sagt Gurndin.
Neben Himbeeren baut er auch Johannisbeeren, Stachelbeeren, Brombeeren, Kirschen, Holunder, Zwetschgen, Äpfel, Birnen und Quitten sowie Kräuter an. Dazu kommen Brot aus eigenem Getreide, Eingelegtes und Speck. Verkauft wird direkt ab Hof, auf Märkten und in ausgewählten Geschäften.
Grundlage für die Prämierung ist die jährliche Blindverkostung des „Roten Hahn“. Dabei werden rund 200 der insgesamt etwa 900 Qualitätsprodukte anonym von einer unabhängigen Expertenkommission verkostet. „Ein Produkt des Jahres muss sich über längere Zeit bewähren“, erklärt Hannes Knollseisen vom Südtiroler Bauernbund. Beim Himbeeraufstrich habe vor allem die konstant hohe Qualität mit guter Konsistenz und deutlichem Himbeeraroma überzeugt. Dazu kämen der zu hundert Prozent hofeigene Rohstoff, die Verarbeitung direkt am Hof und eine professionelle Präsentation.
Lob für die Direktvermarktung
Bauernbund-Landesobmann Daniel Gasser nannte die Direktvermarktung „die Königsdisziplin in der Landwirtschaft“, weil vom Anbau bis zur Vermarktung alles in der Hand der Bauern liege. Sie sei auch für den Tourismus von Bedeutung. Das unterstrich auch Lukas Varesco, Direktor des Tourismusverbandes Südtirols Süden: „Wir setzen auf Genuss und gepflegte Landschaften. Beides wäre ohne Bäuerinnen und Bauern undenkbar.“ Für Hans J. Kienzl vom Bauernbund müssen Tourismus und Landwirtschaft „Komplizen“ werden, hier liege noch viel ungenutztes Potenzial.
Die Aldeiner Bürgermeisterin Charlotte Oberberger freute sich über die Auszeichnung: „Der Unichhof ist schon lange für seine vielen hochwertigen Produkte bekannt.“ In ihrer Gemeinde gebe es noch weitere fleißige und innovative Direktvermarkter.
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