von red 25.09.2026 16:30 Uhr

Aufgeschoben, aber nicht aufgehoben? Das Ringen um die Schönberger Tunnelvariante

Die Modernisierung der Hauptmautstelle Schönberg sorgt für hitzige politische Debatten im Stubaital. Während der Autobahnbetreiber Asfinag auf eine Anpassung des bestehenden Standorts setzt, befürchten Kritiker ein dauerhaftes Verhindern der lang ersehnten Unterflur-Trasse.

Grobe Visualisierung der Tunnellösung. Ob sie kommt, ist ungewiss (Quelle: NEOS Tirol)

Kürzlich wurden im Verkehrsausschuss des Landes Tirol die Umbaupläne für die A 13 Brenner Autobahn präsentiert. Der Kern der Erneuerung sieht vor, die bisherigen 22 Spuren auf 19 breitere Fahrstreifen zu reduzieren. Zudem sollen zusätzliche Free-Flow-Spuren sowie eine automatisierte Lkw-Spur den Verkehrsfluss verbessern.

Die Pläne stoßen im Stubai- und Wipptal jedoch auf massiven Widerstand. Bemängelt wird vor allem, dass die Schrankenanlagen nicht vollständig digitalisiert werden. Da rund 30 Prozent der Kunden weiterhin manuell abgefertigt werden müssen, bleibt die Staugefahr an Reisetagen nach Ansicht von Kritikern unverändert hoch. Die Beibehaltung der enormen Spuranzahl wird daher als rückschrittlich und überdimensioniert eingestuft.

Verhindert der Mautstellen-Neubau den Tunnel?

Durch die nun anstehenden Investitionen im Bereich der bestehenden Mautstation flammt die Sorge auf, dass die seit Jahrzehnten diskutierte Tunnellösung für Schönberg endgültig blockiert wird. Eine Verlegung der Trasse unter die Erde würde zwangsläufig eine vollständige Verlegung oder Auflösung der aktuellen Hauptmautstelle bedeuten. Dass nun erhebliche Summen in ein Projekt fließen, welches durch ein späteres Tunnelbauwerk direkt konterkariert würde, nährt den Verdacht, die Tunnelvariante solle schleichend begraben werden.

Asfinag beteuert: Alternativen werden weiterverfolgt

Der Autobahnbetreiber widerspricht den Befürchtungen vehement und betont die akute Notwendigkeit der baulichen Modernisierung. Neben der Optimierung der Abfertigung stehen neuer Lärmschutz sowie eine Entlastung der Anrainer im Vordergrund.

Hinsichtlich der langfristigen Verkehrsplanung gibt die Asfinag Entwarnung: Die großflächige Untersuchung einer Tunnelvariante im Bereich Schönberg sei durch den Umbau nicht vom Tisch. Entsprechende mittel- bis langfristige Alternativen für diesen Abschnitt der Brennerautobahn werden laut offiziellen Angaben weiterhin aktiv geprüft und unter Berücksichtigung künftiger Bemautungstechnologien weiterentwickelt.

Andras Raffeiner

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