von mmh 24.09.2026 09:45 Uhr

Ein Jahr Euregio-Vorsitz: Tirol zieht Bilanz

Seit Oktober 2025 hat Tirol den Vorsitz der Euregio Tirol-Südtirol-Welschtirol inne. In diesem Zeitraum wurden unter anderem eine gemeinsame Jobbörse geschaffen, Projekte für mehr Sicherheit am Berg umgesetzt und neue Angebote für Jugendliche und Familien auf den Weg gebracht.

„Unser Ziel ist, dass die Grenzen zwischen unseren drei Landesteilen im Alltag und in den Köpfen der Menschen immer weniger eine Rolle spielen“, betont Euregio-Präsident LH Anton Mattle. (Foto: © Land Tirol/Fitsch)

Vor rund einem Jahr übernahm Tirol den Vorsitz der Euregio Tirol-Südtirol-Welschtirol. Landeshauptmann Anton Mattle nahm damals in Bozen symbolisch den Schlüssel für den Sitz der Euregio im Waaghaus entgegen. Die Tiroler Präsidentschaft läuft bis 2027 und steht unter dem Motto „Grenzenlose Kraft. Gemeinsam!“.

Ziel ist es, die Euregio stärker sichtbar zu machen und die Vorteile der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit für die Bevölkerung spürbarer werden zu lassen. Im ersten Jahr wurden dafür mehrere Projekte umgesetzt.

Gemeinsamer Arbeitsmarkt

Ein wichtiger Schritt erfolgte im April 2026 mit der Euregio-Jobbörse. Erstmals wurden die Jobportale von Tirol, Südtirol und Welschtirol miteinander vernetzt.

Wer in Tirol über „alle jobs“ nach einer Arbeitsstelle sucht, bekommt dadurch auch Stellenangebote aus Südtirol und Welschtirol angezeigt. Damit soll die grenzüberschreitende Suche nach Arbeitsplätzen erleichtert und die Zusammenarbeit auf dem gemeinsamen Arbeitsmarkt weiter ausgebaut werden.

Mehr Sicherheit in den Bergen

Auch bei der Sicherheit am Berg wurden zwei Projekte abgeschlossen.

Die Ergebnisse des Projekts DIGIWAY wurden im Juni auf der Seegrube in Innsbruck präsentiert. Das Projekt stellt digitale Grundlagen für die Tourenplanung in Tirol, Südtirol und Welschtirol bereit. Herzstück ist eine flächendeckende Ausgesetztheitskarte, die das Bergwandern sicherer machen soll.

Mit dem Projekt Cairos wurde hingegen die Zusammenarbeit bei der Lawinensicherheit im Winter vertieft. Gemeinsame Ausbildungen, eine neue Software und Lawinenszenariokarten sollen die Arbeit der Lawinenkommissionen in den drei Landesteilen stärker zusammenführen. Über die Fortführung des Projekts soll auch bei der anstehenden Vorstandssitzung beraten werden.

Neue Angebote in Kultur, Sport und Mobilität

Auch in den Bereichen Kultur und Sport wurden mehrere grenzüberschreitende Projekte umgesetzt. Auf Burg Trautson wurde das Euregio-Museumsjahr 2025 mit der Übergabe der Euregio-Wanderfahne offiziell abgeschlossen. Gleichzeitig wurde eine dritte Ausgabe beschlossen.

Darüber hinaus unterzeichnete der Euregio-Vorstand eine Absichtserklärung, mit der die Tour of the Alps in den kommenden fünf Jahren noch stärker für Gesellschaft und Wirtschaft genutzt werden soll.

Am Samstag, 26. September, findet außerdem in der Innsbrucker Innenstadt der EuregioSprintChampions statt. Dabei treten Nachwuchssprinter aus Tirol, Südtirol und Welschtirol gegeneinander an.

Im Bereich Mobilität wurde zudem ein Euregio-Ticketangebot für Personen zwischen 26 und 64 Jahren auf den Weg gebracht. Es ergänzt das bereits bestehende EuregioTicketStudents für Studierende. Ein weiteres Angebot für ältere Personengruppen befindet sich derzeit in Ausarbeitung.

Fokus auf Kinder und Jugendliche

Auch die Zusammenarbeit im Bildungsbereich wurde während der Tiroler Präsidentschaft erweitert. Der seit mehr als 40 Jahren bestehende Euregio-Ring der Land- und Hauswirtschaftsschulen wurde bei einem Festakt an der Landwirtschaftlichen Lehranstalt Rotholz im Bezirk Schwaz erneuert.

Mit dem Schuljahr 2026/27 startete außerdem nach mehreren Jahren Pause und einer Neuausrichtung die Initiative „Euregio macht Schule“ wieder. Dazu gehört auch eine interaktive Online-Lernplattform.

Insgesamt werden jährlich rund 100 Projekte von der Euregio Tirol-Südtirol-Welschtirol organisiert, koordiniert, delegiert oder unterstützt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf jungen Menschen.

So bringt das EuregioSportCamp Jugendliche aus den drei Landesteilen zusammen. In diesem Jahr fand es in Neustift im Stubaital statt. Auch das Euregio-Jugendblasorchester verbindet junge Musiker aus Tirol, Südtirol und Welschtirol und trat heuer bei den Innsbrucker Promenadenkonzerten auf.

Studierende können über die EuregioBrusselsSchool zudem Einblicke in die europäischen Institutionen erhalten.

Euregio tagt in Innsbruck

Am Samstag, 26. September, kommen Vorstand und Versammlung der Euregio im Landhaus in Innsbruck zusammen. Es handelt sich um die zweite Sitzung unter Tiroler Präsidentschaft. Die erste fand im Juni auf Burg Trautson in Matrei am Brenner statt.

Die Burg wurde mit EU-Mitteln aus Interreg- und LEADER-Projekten revitalisiert.

Bei der kommenden Sitzung wird außerdem erstmals ein neues Euregio-Wimmelbuch vorgestellt. Es wurde unter der Tiroler Präsidentschaft speziell für Kinder und Jugendliche entwickelt und soll ihnen die Euregio auf spielerische Weise näherbringen.

Für mehr Aufmerksamkeit sorgte während des ersten Präsidentschaftsjahres auch eine breit angelegte Kampagne des Landes Tirol. Mit bewusst zugespitzten Formulierungen sollte sie dazu anregen, über die Euregio und ihre Bedeutung zu sprechen.

Auch beim European Forum Alpbach standen die Euregio-Days heuer erstmals mit einem viertägigen Programm im Mittelpunkt. Neben der traditionellen Verleihung der Euregio-Awards wurde dabei auch das 15-jährige Bestehen der Euregio Tirol-Südtirol-Welschtirol gefeiert.

Neuer Euregio-Kalender kommt

Seit mittlerweile zehn Jahren begleitet der Euregio-Kalender mit Bildern aus Tirol, Südtirol und Welschtirol durch das Jahr. Zum Jubiläum wurden die Titelfotos in einer Wanderausstellung in den drei Landesteilen gezeigt. Den Auftakt machte Innsbruck.

Die nächste Ausgabe steht bereits bevor: Der Euregio-Kalender 2027 wird am 25. Oktober in Innsbruck präsentiert. Auch am darauffolgenden Tag der offenen Tür im Landhaus soll der Kalender erhältlich sein.

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