Altreifen sorgen in Südtirols Werkstätten für Platzprobleme

Der Winterreifenwechsel steht bevor – und damit dürfte in vielen Südtiroler Kfz-Werkstätten erneut zusätzlicher Platz benötigt werden. Doch genau daran mangelt es bereits jetzt. Nach Angaben des Landesverbands der Handwerker (lvh) werden Altreifen seit Monaten nicht ausreichend abgeholt.
Jährlich sollen sich dadurch rund 2.000 Tonnen Altreifen ansammeln. In den kommenden Wochen könnte die Menge weiter steigen.
Auf die Situation machten lvh-Direktor Walter Pöhl, die Obfrau der Kfz-Mechatroniker im lvh, Julia Genetti, und Dietmar Mock, Obmann der Berufsgruppe Metall im lvh, bei einem Treffen mit Landeshauptmannstellvertreter Marco Galateo aufmerksam.
Die Betriebe könnten die Folgen der ausbleibenden Abholungen laut lvh nicht mehr auffangen.
Seit neun Monaten keine Abholung
Wie groß das Problem in einzelnen Betrieben ist, schildert Julia Genetti auch aus eigener Erfahrung. In ihrem Betrieb seien seit neun Monaten keine Altreifen mehr abgeholt worden.
„So kann es nicht weitergehen. Es können nicht Saison für Saison immer größere Mengen bei den Betrieben zwischengelagert werden. Die Abholung muss sich endlich an den tatsächlich anfallenden Mengen orientieren“, fordert Genetti.
Entsorgung bereits bezahlt
Für die Entsorgung der Reifen wird laut lvh bereits beim Kauf ein sogenannter PFU-Beitrag über den Reifenpreis entrichtet. Trotzdem bleiben die alten Reifen in den Werkstätten liegen.
Sind die vorgesehenen Abholungskontingente ausgeschöpft, können laut lvh für eine zusätzliche Lkw-Ladung rund 500 Euro anfallen.
„Unsere Betriebe erfüllen ihre gesetzlichen Pflichten und entrichten die vorgesehenen Umweltbeiträge. Es kann nicht sein, dass sie am Ende auf den Reifen sitzen bleiben. Das ist weder wirtschaftlich tragbar noch im Sinne des Umweltschutzes“, betont Genetti.
Landesbeitrag als Soforthilfe gefordert
Das Kfz-Handwerk fordert deshalb als kurzfristige Lösung einen einmaligen Landesbeitrag. Dieser soll einen Teil der Kosten für die private Abholung und die ordnungsgemäße Entsorgung der bereits angesammelten Altreifen abdecken.
Langfristig müsse allerdings auch das bestehende System angepasst werden. Die vorgesehenen Kontingente müssten aus Sicht der Betriebe deutlich erhöht werden – um 200 Prozent und mehr.
„2.000 Tonnen Altreifen, die jährlich liegen bleiben, sind kein saisonales Problem, sondern ein Systemfehler. Jetzt braucht es Soforthilfe für die Betriebe – und gleichzeitig eine Anpassung des Entsorgungssystems, das dauerhaft funktioniert“, erklärt Dietmar Mock.
Mit dem bevorstehenden Winterreifenwechsel dürfte der Druck auf die Werkstätten weiter steigen. Aus Sicht des lvh braucht es daher rasch eine Lösung, damit die Reifenberge nicht weiter wachsen.






