von lif 22.09.2026 14:28 Uhr

STF zu Melonis Quote: „Deutsch muss Voraussetzung sein“

Die Süd-Tiroler Freiheit begrüßt den Vorstoß der italienischen Ministerpräsidentin, den Anteil ausländischer Kinder in Schulklassen zu begrenzen. Für Südtirol schlägt die Bewegung vier eigene Maßnahmen vor.

Bild: APA/dpa

Giorgia Meloni will den Anteil ausländischer Kinder in jeder Klasse auf höchstens 30 Prozent begrenzen (UT24 berichtete). Die Süd-Tiroler Freiheit sieht darin einen richtigen Ansatz. Der muttersprachliche Unterricht gehöre zu den wichtigsten Säulen der Autonomie, vor allem in den Städten stehe das Recht deutschsprachiger Kinder auf eine deutsche Schule aber oft nur auf dem Papier. Viele Eltern meldeten ihre Kinder an deutschen Schulen an, obwohl diese kaum oder gar kein Deutsch sprächen, kritisiert die Bewegung. Das betreffe Kinder aus italienischen ebenso wie aus ausländischen Familien. Als Beleg nennt sie Zahlen aus Bozen. 2023 wurden 55 Prozent der Bozner Kinder in die erste Klasse einer deutschen Grundschule eingeschult, gleichzeitig sind nur knapp 25 Prozent der Bozner Bevölkerung deutschsprachig.

„Wie soll Unterricht gelingen, wenn Kinder oft kein einziges Wort verstehen? Damit ist keinem Kind gedient“, sagt Landtagsabgeordneter Sven Knoll. „Wer eine deutsche Schule besucht, muss die Sprache so gut beherrschen, dass er dem Unterricht folgen kann.“

Fördern, testen, beschränken, umverteilen

Die Süd-Tiroler Freiheit schlägt vier Maßnahmen vor. Eltern sollen weiterhin frei wählen können, an welcher Schule sie ihr Kind anmelden, Kinder ohne ausreichende Deutschkenntnisse sollen aber gezielt auf den Schuleintritt vorbereitet werden. Vor dem Schulbeginn soll getestet werden, ob ein Kind die Unterrichtssprache beherrscht. Als Vorbild nennt die Bewegung Österreich, wo seit 2018 Förderklassen und Förderkurse vorgesehen sind. Zudem solle der Anteil der Kinder, die die Unterrichtssprache kaum oder gar nicht verstehen, in jeder Klasse auf höchstens 25 Prozent begrenzt werden. Wird dieser Anteil überschritten, sollen die betroffenen Kinder auf andere Schulen verteilt werden oder für eine bestimmte Zeit in Förderklassen die Sprache lernen, bis sie dem regulären Unterricht folgen können.

„Es ist begrüßenswert, wenn Italiener und Ausländer, die in Südtirol leben, Deutsch lernen“, betont die Bewegung. „Doch wenn die deutsche Schule dadurch ihren Charakter und ihre Leistungsfähigkeit verliert, ist niemandem geholfen.“

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