Zuckersteuer: Mehrheit dafür, aber Angst vor Preisen

Insgesamt 63 Prozent der Befragten gaben an, eine Abgabe auf stark zuckerhaltige Lebensmittel und Getränke zu befürworten, 28 Prozent sogar sehr. Ein gutes Drittel würde die Maßnahme ablehnen. Aber fast die Hälfte glaubt, dass damit weitere Preissteigerungen einhergehen. 45 Prozent erwarten dadurch zusätzliche Einnahmen für den Staat. Etwas mehr als ein Drittel hofft, dass Hersteller als Konsequenz den Zuckergehalt ihrer Produkte reduzieren. Allerdings bezweifeln 42 Prozent, dass eine Zuckersteuer das eigentliche Problem löst.
Neue Steuer würde Einkauf verändern
Allerdings gaben rund sechs von zehn Befragten an, dass sie ihr Einkaufsverhalten im Falle einer entsprechenden Abgabe anpassen würden. Während rund ein Drittel zu zuckerärmeren oder -freien Alternativen greifen würde, würden etwa gleich viele häufiger günstigere Marken kaufen. 38 Prozent gaben an, gar nichts ändern zu wollen. Besonders im Fokus der aktuell auch in Deutschland diskutierten Abgabe stehen Kracherl und Energydrinks. Die Hälfte der Teilnehmer der Umfrage würde Softdrinks und Limonaden besteuern genauso wie Energydrinks. 42 Prozent würden auch Fertigprodukte einbeziehen. Der gleiche Prozentsatz würde sich dafür einsetzen, die Einnahmen für die allgemeine bzw. steuerliche Entlastung der Bevölkerung einzusetzen, 40 Prozent sprechen sich dabei für Maßnahmen in der Gesundheitsvorsorge und Prävention aus.
Gesunde Lebensmittel günstiger machen als Alternative
Vor die Wahl gestellt bevorzugen 39 Prozent der Befragten allerdings, gesunde Lebensmittel durch steuerliche Entlastungen günstiger zu machen. Nur elf Prozent präferieren ausschließlich eine Zuckersteuer. Etwa ein Drittel wünscht sich eine Kombination aus beiden Möglichkeiten. „Die Ergebnisse zeigen ein durchaus ambivalentes Bild: Grundsätzlich stößt eine Zuckersteuer in Österreich auf breite Zustimmung. Gleichzeitig ist die Sorge groß, dass sie vor allem zu höheren Preisen führt und die Mehrkosten letztlich bei den Konsumenten landen. Entscheidend für die Akzeptanz wird daher sein, wie eine solche Abgabe konkret ausgestaltet wird, welche Produkte tatsächlich betroffen sind und wofür die zusätzlichen Einnahmen verwendet werden“, sagte Thomas Schwabl, Gründer und Geschäftsführer von Marketagent.
Bei gesundheitlichen Auswirkungen der „Kracherlsteuer“ zeigten sich aber zurückhaltende Ergebnisse: Nur ein gutes Viertel glaubt, dass Übergewicht und ernährungsbedingte Erkrankungen durch eine derartige Abgabe reduziert werden könnten. Lediglich 19 Prozent gehen davon aus, dass sich die Bevölkerung dadurch insgesamt gesünder ernähren würde.
APA/UT24Â






