von lif 21.09.2026 08:26 Uhr

Welt-Alzheimer-Tag: „Niemand ist damit allein“

Am heutigen 21. September wird weltweit an Alzheimer erinnert. Zwei Landtagsabgeordnete nehmen den Tag zum Anlass, um auf jene aufmerksam zu machen, die im Hintergrund oft an ihre Grenzen gehen.

Foto: LPA

In Südtirol leben derzeit rund 4.600 Menschen mit einer gesicherten Demenzdiagnose. Die Dunkelziffer ist allerdings hoch. Schätzungen der Alzheimer-Vereinigung gehen von bis zu 13.000 Betroffenen aus. Durch die Alterung der Bevölkerung dürfte die Zahl weiter steigen, bis 2050 auf rund 8.700 Menschen mit gesicherter Diagnose. „Alzheimer ist eine riesige Herausforderung sowohl für die Betroffenen als auch für die Angehörigen“, sagt SVP-Landtagsabgeordnete Waltraud Deeg. „Der Fokus muss deshalb auf einer guten Begleitung liegen, und zwar nicht nur der Erkrankten, sondern auch der Angehörigen, die oft über Jahre enorm gefordert sind.“

„Pflege und Beruf besser vereinbaren“

Angehörige übernehmen einen großen Teil der täglichen Betreuung. Sie begleiten ihre Familienmitglieder zu Untersuchungen, helfen im Alltag und müssen gleichzeitig mit den fortschreitenden Veränderungen umgehen. Diese Belastung werde häufig unterschätzt, so Deeg. Entscheidend sei, Familien früh Unterstützung anzubieten, etwa durch Information, Beratung und eine bessere Vernetzung von Gesundheits- und Sozialdiensten. Besonderes Augenmerk legt die Abgeordnete auf die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. „Wer einen Menschen mit Demenz betreut, leistet jeden Tag sehr viel. Diese Leistung verdient Anerkennung, aber vor allem braucht es konkrete Unterstützung, damit Angehörige nicht selbst an ihre Grenzen kommen.“

Einen wichtigen Schritt sieht Deeg im neuen diagnostisch-therapeutischen Betreuungspfad für Demenz und Alzheimer, den die Landesregierung im August für die Jahre 2026 bis 2028 genehmigt hat. Nun gehe es darum, die vorgesehenen Strukturen mit Leben zu füllen. „Eine gute Demenzpolitik darf nicht erst dann beginnen, wenn die Belastung bereits zu groß geworden ist.“

Foppa: „Alzheimer aus dem Tabu holen“

Auch die grüne Landtagsabgeordnete Brigitte Foppa meldet sich zum Welt-Alzheimer-Tag zu Wort. „Wenn bei einer Person Demenz diagnostiziert wird, ist sie nicht allein. Die Krankheit verändert das Leben des gesamten sozialen Umfelds der Betroffenen“, erklärt sie. Deshalb müsse man sowohl die erkrankte Person als auch jene unterstützen, die sich täglich um sie kümmern.

Die Grüne Fraktion hat im Landtag einen Antrag eingereicht, der pflegende Angehörige entlasten und ihnen Möglichkeiten zur Erholung bieten soll. Der Tag sei aber auch eine Gelegenheit, Danke zu sagen: den Angehörigen, dem Gesundheits- und Pflegepersonal sowie den Vereinen und Freiwilligen.

„Demenz macht Angst, das weiß ich aus eigener Erfahrung“, sagt Foppa. „Genau deshalb müssen wir Alzheimer aus dem Tabu herausholen und von der Scham befreien. Nur wenn die Krankheit in den Mittelpunkt der Gesellschaft rückt, verliert sie ihr Stigma.“

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