Anzeige mit vielen Fragezeichen: Schützenbund nimmt Bianchi ins Visier

Besonders diese Vorgehensweise sorgt beim Schützenbund für Unmut: Der Landesrat habe zunächst die Presse informiert und erst danach die Staatsanwaltschaft ermitteln lassen. Über den eigentlichen Zweck der Aktion sage diese Reihenfolge bereits alles, so Schmid – es gehe vor allem um Sichtbarkeit, und zwar um die eigene.
„Wer so viele ‚Vielleicht‘ braucht, hat keinen Verdacht, sondern einen Wunsch“
Auch inhaltlich zeigt sich der Landeskommandant wenig beeindruckt: Ob unerlaubte Parteienfinanzierung, Steuerdelikte, unklare Bilanzen oder Geldwäsche – die Vorwürfe blieben durchgehend vage. „Wer so viele ‚vielleicht‘ braucht, hat keinen Verdacht, sondern einen Wunsch. Ein Wunsch, der enttäuscht werden wird, wie bei allen bisherigen Gelegenheiten“, so Schmid.
Schaden am Ruf trotz erwarteter Einstellung des Verfahrens
Der Schützenbund sei es gewohnt, im Fokus bestimmter politischer Kreise zu stehen. Wer in der Sache selbst nichts vorzubringen habe, suche sein Heil bei der Staatsanwaltschaft – genauer gesagt in der Schlagzeile über die Anzeige. Die Rechnung sei bekannt: Die spätere Einstellung des Verfahrens werde irgendwann keine Meldung mehr wert sein, eine Entschuldigung werde es nicht geben, der Imageschaden sei bis dahin längst angerichtet. Genau darum gehe es letztlich.
Spenden dienen laut Schützenbund ausschließlich dem Vereinszweck
Zur eigentlichen Sache stellt der Verein klar: Der Südtiroler Schützenbund erhalte Spenden von Privatpersonen sowie von juristischen Personen – und sei stolz darauf. Diese Zuwendungen dienten einzig und allein dem Vereinszweck, der für jedermann auf der Webseite nachzulesen sei: dem Schutz der Heimat und der Tiroler Identität, also von Sprache, Kultur, Brauchtum und Rechtsempfinden. Der Schützenbund sei keine Partei und finanziere auch keine.
Transparente Buchführung, geprüfte Jahresabrechnung
Sämtliche Zuwendungen erfolgten per Banküberweisung und seien damit lückenlos nachvollziehbar. Die Mittel würden ordnungsgemäß verbucht, der Verein erstelle seine Jahresabrechnung, welche wiederum von den Kontrollorganen geprüft werde. Jeden Versuch, daraus Verbindungen fragwürdiger Natur zu konstruieren, weise man entschieden zurück.
Gegenfrage an die Landesregierung: Wahlkreisreform im Unterland
Abschließend richtet der Schützenbund den Blick auf die Landesregierung selbst: Die Politik werde zur Kenntnis nehmen müssen, dass der Verein in der Frage der Finanzierung nichts zu befürchten habe. Man warte seinerseits auf jene Antworten, welche die Südtiroler Bevölkerung von der Landesregierung, der auch Bianchi angehöre, einfordere – allen voran zum Unterland: Die Zerschlagung des Wahlkreises Bozen-Unterland werfe Fragen des Minderheitenschutzes und der Rechtsstaatlichkeit auf, die schwerer wiegen würden als jede Spendenquittung, so Schmid abschließend.






