von mmh 17.09.2026 14:09 Uhr

Urlauberpaar fordert Schadenersatz von Zeller Schützen

Ein Urlauberpaar macht die Schützenkompanie Zell am See im Pinzgau für einen möglichen Gehörschaden verantwortlich und fordert nun Schadenersatz. Mittlerweile hat sich die Haftpflichtversicherung der Sache angenommen. Seit dem Vorfall haben die Schützen im Zeller Stadtzentrum vorerst nicht mehr geschossen.

(Symbolbild: KI- generiert)

Rund zwei Wochen nach dem Schützenfest in Zell am See im vergangenen Sommer erhielt die historische Schützenkompanie ein Schreiben aus Großbritannien. Darin gab ein Urlauberehepaar an, durch einen Kanonenschuss auf dem Zeller Stadtplatz einen Gehörschaden erlitten zu haben, wie der Obmann der Zeller Schützenkompanie, Gerhard Brandner, schilderte.

Obmann zeigt wenig Verständnis

Brandner reagierte auf die Forderung mit wenig Verständnis: „Es waren 500 Leute am Stadtplatz. Und genau zwei Personen, ein Ehepaar, hat da einen Tinnitus gekriegt?“ Die Vorwürfe würden sich darauf stützen, dass mit der Kanone geschossen und nicht in mehreren Sprachen angekündigt worden sei. Mehrsprachige Durchsagen hält der Obmann für kaum praktikabel: „Wenn ich da in mehreren Sprachen ankündigen muss – wissen Sie eh, wie das in Zell am See ist – muss ich Arabisch sprechen, weil viele arabische Gäste da sind. Das wäre dann ein Wahnsinn. Da müsste ich nur noch Sprachen lernen und alles andere müsste ich lassen.“ Zudem sei die Beschwerde erst einige Wochen nach der Veranstaltung eingegangen.

Verein verweist auf eingehaltene Sicherheitsvorkehrungen

Laut dem Schützenverein seien sämtliche Auflagen eingehalten worden: Die vorgeschriebenen Abstände seien beachtet und jeder Schuss vom Obmann angekündigt worden – gerade weil sich am Stadtplatz größere Menschenmengen ansammeln können. Der stellvertretende Landesschützenkommandant in Salzburg, Anton Kaufmann, bestätigte gegenüber dem ORF, dass ähnliche Beschwerden beziehungsweise Vorfälle immer wieder vorkämen. Meist lasse sich eine außergerichtliche Einigung finden.

Bei jeder Veranstaltung sei es entscheidend, die entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen beim Einsatz von Kanonen, Prangerstutzen oder Gewehren genau einzuhalten, so Kaufmann. „Je nach Munition ist die akustische Auswirkung natürlich eine ganz andere. Wie groß dabei der notwendige Abstand sein sollte, muss dabei immer individuell geklärt werden“, ergänzt der stellvertretende Landeskommandant.

„Lassen uns unser Brauchtum nicht nehmen“

Vom Schießen selbst wollen die Zeller Schützen dennoch nicht abrücken: „Das lassen wir uns nicht nehmen. Das ist unser Brauch, in Tirol wie in Salzburg. Wir schießen weiterhin, in der Stadt und überall“, betont Obmann Brandner. Beim kommenden Erntedankfest in Schüttdorf soll die Tradition jedenfalls fortgeführt werden.

Jetzt
,
oder
oder mit versenden.

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite